Am Montag wurden in Chinas Hauptstadt weitere Infektionscluster gemeldet und neue Massentests angeordnet. Angesichts der Omikron-Variante dürfe die Stadt ihre Schutzmaßnahmen derzeit noch nicht aufgeben, betonten Gesundheitsbeamte.

Eine medizinische Mitarbeiterin entnimmt Halsstriche für Bewohner in einem Wohnviertel im Bezirk Haidian in Beijing zum Nukleinsäuretest. (Foto vom 13. Mai, Xinhua)

Beijing setzte am Montag den Betrieb in weiteren Geschäften aus und kündigte drei weitere Runden von Nukleinsäure-Massentests in zwölf Gebieten an. Die örtlichen Gesundheitsbehörden erklärten, dass die tägliche Zahl der neuen Fälle in der Stadt hoch bleibe und die heimlichen Infektionsquellen und die Übertragung in den Gemeinden noch nicht ausgeschaltet seien.

„Die Infektionsquellen in Beijing sind sehr heimtückisch, und die Übertragung auf Gemeindeebene wurde noch nicht unterbunden", erklärte Pang Xinghuo vom städtischen Zentrum für Krankheitsvorbeugung und -kontrolle auf der Pressekonferenz am Sonntag.

Die Gesundheitsbehörde der Hauptstadt meldete am Sonntag 55 neue Fälle, von denen 45 in Quarantäne- und Kontrollgebieten und zehn in Gemeinden festgestellt wurden.

Laut Pang gab es einen neuen Ausbruch im Yuegezhuang-Markt im Bezirk Fengtai mit 15 positiven Ergebnissen. Bei zehn von ihnen habe es sich um Personen gehandelt, die auf dem Markt arbeiten, bei den anderen fünf um deren Familienangehörige.

Gleichzeitig breitete sich auch das Cluster bei Yunda Express, einem Kurierdienstunternehmen im Bezirk Fangshan, weiter aus. In dem Zusammenhang wurden insgesamt 21 Infektionen gemeldet. Die Zahl der positiven Infektionen im Zusammenhang mit dem Viruscluster bei China Railway stieg derweil auf 68, und ein weiterer Clusterausbruch wurde mit Busfahrern in Verbindung gebracht.

Am frühen Sonntag forderte die Gesundheitskommission Beijings die Stadt auf, die Nukleinsäuretests bei Schlüsselgruppen, die im öffentlichen Dienst tätig sind, zu verstärken, z. B. bei Zustellern, Händlern und Kellnern, Bus- und U-Bahn-Fahrern und Mitarbeitern der Abwasserentsorgung.

Insgesamt wurden am Samstag 21,19 Millionen Menschen in zwölf Stadtgebieten getestet, wobei elf Probenröhrchen positiv waren - acht davon im Bezirk Fengtai und drei im Bezirk Haidian. Daraufhin setzte Fengtai am Sonntag den Betrieb von Indoor-Freizeiteinrichtungen, Fitnessstudios und Trainingsinstituten aus.

Die Tatsache, dass der zweistellige Anstieg der täglichen Neuinfektionen in Beijing erst nach einer Reihe von Nukleinsäuretests auftrat, ist nach Ansicht von Experten ein Beweis dafür, dass die derzeitigen Methoden zur Bekämpfung der Epidemie wirksam sind. Die schleichende Übertragung des Virus und die sporadischen Fälle in den Gemeinden würden jedoch zeigen, dass es noch nicht an der Zeit ist, die Schutzmaßnahmen vor Omikron aufzugeben.

Weitere Massentests würden potenzielle Fälle in den Gemeinden herausfiltern und die Ausbreitung des Virus so früh wie möglich stoppen, so die Experten. Um das jüngste Aufflackern von COVID-19 einzudämmen, müssen die Bewohner von zwölf Bezirken in Beijing ab Montag eine weitere Runde von dreitägigen Massen-Nukleinsäuretests absolvieren. Den Bewohnern von vier Bezirken - Chaoyang, Fangshan, Shunyi und Fengtai - wird zudem weiterhin geraten, zu Hause zu arbeiten.

Seit dem 22. April haben insgesamt 461 Gensequenzproben gezeigt, dass Beijing zwei getrennte COVID-19-Übertragungsketten registriert hat und dass diese beiden Ketten wiederum weitere Zweige von Übertragungsketten gebildet haben. Die Gensequenzierung dieser Fälle hätte ergeben, dass sie mit denen übereinstimmen, die bei Ausbrüchen und Übertragungen („Spillovers") in anderen Städten des Landes gefunden wurden, informierte Pang.