Angesichts der im Internet kursierenden Behauptungen, Beijing werde abgeriegelt, was dazu führte, dass Anwohner die Supermärkte überschwemmten, um Lebensmittel zu horten, stellten die Beamten der Stadt am Donnerstag klar, dass es sich dabei nur um Gerüchte handelt.

Menschen stehen am 25. April 2022 Schlange, um sich für einen Nukleinsäuretest in einem Testzentrum im Bezirk Chaoyang in Beijing anzumelden. Photo: Xinhua

Chinas Hauptstadt meldete in den vergangenen 24 Stunden 36 COVID-19-Infektionen, von denen 32 in Gebieten unter geschlossener Verwaltung und vier außerhalb dieser Gebiete entdeckt worden seien, informierte Pang Xinghuo, eine Beamtin der städtischen Gesundheitsbehörde, auf einer Pressekonferenz.

Fälle, die außerhalb von abgeriegelten Gebieten oder Quarantäneeinrichtungen entdeckt werden, würden immer noch das größte Risiko und das Hauptziel der Null-COVID-Strategie in Beijing darstellen, sagte Xu Hejian, der Sprecher der Beijinger Regierung, auf der Pressekonferenz. Um die Virusübertragung in den Gegenden außerhalb der kontrollierten Gebiete einzudämmen, werde die Stadt von Freitag bis Sonntag drei weitere Runden von Nukleinsäuretests in 12 Bezirken - darunter Chaoyang, Haidian und Fangshan - durchführen, gab Xu bekannt. Den Bewohnern dieser Bezirke wird zudem empfohlen, am Freitag von zu Hause aus zu arbeiten und über das Wochenende zu Hause zu bleiben und sich nicht außerhalb ihrer Häuser aufzuhalten, so Xu.

Gleichzeitig wies der Sprecher Gerüchte zurück, die in den sozialen Medien kursierten hatten und denen zufolge die Behörden angeblich eine stadtweite Abriegelung Beijings ankündigen würden. Er wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass es unnötig sei, Lebensmittel zu horten. Beijing verfüge über ausreichende Vorräte an Waren und Gütern, um das tägliche Leben der Menschen während der aktuellen Situation zu sichern, und auch die Mitnahme- und Lieferdienste würden nicht eingestellt, versicherte Xu und rief die Einwohner auf, ruhig zu bleiben und vernünftig zu konsumieren.

In der Zwischenzeit hatten viele Einwohner in der Hauptstadt angesichts der Gerüchte bereits damit angefangen, Lebensmittel zu horten. Als die Pressekonferenz um 17 Uhr begann, waren im Internet Fotos im Umlauf, die zeigten, wie einige Menschen ihre Einkäufe unterbrachen und auf ihren Handys die Pressekonferenz in den Supermärkten verfolgten, um zu erfahren, ob die Hauptstadt abgeriegelt werden würde.

Als Chinas Hauptstadt trägt Beijing die Hoffnung in sich, dass große chinesische Städte einen effektiveren Weg zur Bekämpfung von Omikron finden können, als die Stadt einfach nur abzusperren oder statische Maßnahmen zu ergreifen, sobald eine Infektion festgestellt wird. Dafür wird die Stadt sehr gelobt.

Ein Experte des Systems für Krankheitsvorbeugung und -bekämpfung lobte Beijings entschlossenen Schritt, in einem frühen Stadium massenhafte und häufige Nukleinsäuretests durchzuführen. Er sagte der Global Times unter der Bedingung der Anonymität, dass Nukleinsäuretests der effektivste Weg seien, um Infektionen so schnell wie möglich festzustellen. Beijing habe in den verschiedenen Bezirken ein präzises Management entsprechend der dortigen Seuchensituation angewandt, um die Auswirkungen der Seuchenbekämpfungsmaßnahmen auf das Leben der Menschen so gering wie möglich zu halten, erklärte der Experte.