Ausländische Medien berichteten am Dienstag unter Berufung auf Analysen, die sich auf Satellitenbilder stützen, dass China vor kurzem ein neues oder verbessertes atomgetriebenes Angriffs-U-Boot zu Wasser gelassen habe.

Ein U-Boot, das zu einer U-Boot-Flottille der Nördlichen Kommandoeinheit der VBA-Marine gehört, läuft am 23. März 2022 zu einer Seegefechtsübung in einen Hafen ein. Foto: Chinesisches Militär

Chinesische Experten erklärten daraufhin am Mittwoch jedoch, die Berichte seien rein spekulativ, und der Westen, insbesondere die USA, sollten nicht mit zweierlei Maß messen, wenn es um die gewöhnliche Entwicklung der chinesischen Landesverteidigung gehe, da die USA selbst häufig atomgetriebene U-Boote in die Nähe Chinas schickten. Überdies ziele die neu gegründete AUKUS-Allianz, die Australien zum ersten Mal atomgetriebene U-Boote zur Verfügung stellt, ebenfalls auf eine Konfrontation mit China ab.

Kommerzielle Satellitenbilder, die zwischen dem 24. April und dem 4. Mai aufgenommen wurden, bestätigen, dass sich ein vermutlich atomgetriebenes Angriffs-U-Boot in einer Werft im Nordosten Chinas im Trockendock befand, und das Boot wurde später, nachdem das Trockendock geflutet worden war, größtenteils an derselben Stelle unter Wasser gesehen, berichtete Reuters am Dienstag.

Es könnte sich um einen neuen Schiffstyp handeln oder um ein Upgrade eines bestehenden Modells, da die Form des Schiffes dem Profil eines U-Boots vom Typ 093 ähnele, so Reuters.

Unter Berufung auf einen im November veröffentlichten Pentagon-Bericht schreibt Reuters, dass die chinesische Volksbefreiungsarmee (VBA) wahrscheinlich in den nächsten Jahren ein neues Angriffs-U-Boot mit vertikalen Startrohren für Marschflugkörper bauen werde.

Die Berichte seien rein spekulativ und zielten darauf ab, die Theorie der „chinesischen Bedrohung" aufzubauschen, kritisierten chinesische Analysten. Aus den Fotos dürfe man keine Schlüsse ziehen, betonte Song Zhongping, ein chinesischer Militärexperte und Fernsehkommentator, am Mittwoch gegenüber der Global Times. Es sei jedoch natürlich und notwendig, dass China im Rahmen seines Plans zur Modernisierung seines Militärs auch fortschrittlichere U-Boote entwickle, merkte er an.

Chinas Angriffs-U-Boote würden weiterentwickelt, um ein wachsendes Spektrum potenzieller Anforderungen zu erfüllen, vom Schutz ballistischer Raketen-U-Boote und der Flugzeugträger-Kampfgruppen bis hin zur Verfolgung feindlicher Schiffe, so Reuters.

Außerdem sehe sich China heute ernsthaften externen Bedrohungen durch Länder wie die USA ausgesetzt und müsse daher ausreichend starke militärische Fähigkeiten und eine umfassende nationale Stärke entwickeln, führte Song weiter aus.

Allein im Jahr 2021 schickten die USA mindestens 11 atomgetriebene Angriffs-U-Boote ins Südchinesische Meer, um China abzuschrecken, wie aus einem im März veröffentlichten Bericht der South China Sea Strategic Situation Probing Initiative, einer in Beijing ansässigen Denkfabrik, hervorgeht. Die U-Boot-Aktivitäten der USA waren so intensiv, dass sie schließlich sogar zu einem Unfall führten: das atomgetriebene Angriffs-U-Boot „USS Connecticut“ der Seawolf-Klasse erlitt im Oktober 2021 eine Unterwasserkollision im Südchinesischen Meer.

Die USA sollten nicht mit zweierlei Maß messen und der „Tyrannenlogik“ folgen, der zufolge nur die USA und ihre Verbündeten militärische Stärke entwickeln könnten, während andere wie China dies nicht dürften, machte Song klar.