Laut Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums wurden auf Chinas Flugzeugträger Liaoning in der Nähe von Japan und der Insel Taiwan jüngst innerhalb von nur 6 Tagen über 100 Flugzeugstarts und -landungen durchgeführt. Experten zufolge zeigt dies den hohen Ausbildungsstand und die Kampfbereitschaft des Flugzeugträgers und der Kampfjets.

J-15-Kampfjets bereiten sich außerhalb der ersten Inselkette auf einer Flugzeugträgergruppe Liaoning der Marineeinheit der Volksbefreiungsarmee, die am 30. Dezember 2021 eine realistische kampforientierte Übung auf hoher See abschloss, auf Tag- und Nachtübungen vor. Bild: Xinhua

Es sei bestätigt worden, dass chinesische Kampfjets und Hubschrauber zwischen dem 3. und 8. Mai, als die chinesische Flugzeugträgergruppe in Gewässern etwa 160 Kilometer südwestlich von Okidaitojima und 150 Kilometer südlich der Insel Ishigaki operierte, weit mehr als 100 Mal vom Flugzeugträger Liaoning gestartet und auf ihm gelandet seien, berichtete der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Diese Zahl beweist nach Ansicht von Analysten den hohen Ausbildungsstand des Flugzeugträgers und zeigt, dass der Flugzeugträger in einem echten Gefecht sogar noch besser abschneiden kann.

Das Manöver könnte Teil der Bemühungen des chinesischen Militärs sein, die Einsatzfähigkeit des Flugzeugträgers zu erhöhen und seine Fähigkeit zu verbessern, Operationen in weiter entfernten See- und Luftraumgebieten durchzuführen, erklärte Kishi und merkte an, dass die „japanische Regierung die Situation mit Besorgnis beobachten musste", weil sie in der „Nähe von Japans südwestlichen Inseln und Taiwan“ stattgefunden habe.

Die Übungen der Flugzeugträgergruppe Liaoning sollen abtrünnige Kräfte, die für die „Unabhängigkeit Taiwans" eintreten, und externe einmischende Kräfte wie die USA und Japan abschrecken, betonten Analysten.

Interessant sei auch die Zahl der Einsätze während der Übungen, die nach Ansicht von Experten den hohen Ausbildungsstand und die Kampfbereitschaft des Flugzeugträgers widerspiegle. Mehr als 100 Einsätze in sechs Tagen seien eine ordentliche Zahl für Übungen, betonte Fu Qianshao, ein chinesischer Experte für militärische Luftfahrt, am Mittwoch. Aber das sei sicherlich nicht das maximale Potenzial der Liaoning, denn bei Übungen kann sie mit verschiedenen Taktiken experimentieren, die Koordination verbessern oder neue Piloten ausbilden, so dass man im echten Kampf sogar eine noch höhere Einsatzrate erwarten würde, so Fu.

Im Vergleich zu den US-amerikanischen Superträgern mit Nuklearantrieb, die ihre Flugzeuge mit Katapulten starten, hat der chinesische Flugzeugträger zwangsläufig Nachteile in Bezug auf die Anzahl der Flugzeuge, da er kleiner ist und eine Sprungschanze (Ski-Jump) zum Abschuss der Flugzeuge verwendet.

Aber in der modernen Kriegsführung gehe es sowieso nie darum, allein zu kämpfen, denn die chinesische Flugzeugträgergruppe verfügt über weitere leistungsstarke Mitglieder wie die Zerstörer vom Typ 055 und 052D mit hervorragenden Luftverteidigungs- und Schiffsabwehrfähigkeiten, so Fu.

Berichten zufolge baut China zudem auch noch einen dritten Flugzeugträger, der größer sein soll als die beiden vorherigen und überdies erstmals mit Katapulten ausgestattet sein wird.