Im vergangenen Jahr ist die Zahl der US-Patente für chinesische Unternehmen erneut um rund zehn Prozent gestiegen. Dieser Erfolg ist auf die verstärkten Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) bei den chinesischen Tech-Unternehmen zurückzuführen.

Ein Huawei-Geschäft in Shanghai. [Foto von Fan Jianlei/China Daily]

Die Zahl der in den USA erteilten Patente für chinesische Unternehmen ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen, obwohl die Gesamtzahl der in den USA erteilten Patente tendenziell rückläufig war. Einem renommierten US-Patentdienstleister zufolge verdeutlicht dies die zunehmende Innovationsfähigkeit chinesischer Unternehmen.

Die Daten von „IFI Claims“ zeigen, dass die in den USA erteilten Patente für chinesische Unternehmen im Jahr 2021 um rund zehn Prozent auf 20.679 gestiegen sind - gegenüber 18.792 im Jahr 2020. Der Fortschritt kam zustande, obwohl die Gesamtzahl der in den USA erteilten Patente gegenüber 2020 um etwa sieben Prozent auf 327.329 Erteilungen im vergangenen Jahr zurückging. Das sei der stärkste Rückgang in den letzten zehn Jahren gewesen, so IFI Claims.

Mehrere chinesische Unternehmen befinden sich jetzt unter den Top 50 der US-Patentrangliste, darunter der Chipriese „Taiwan Semiconductor Manufacturing Co“ (TSMC) auf Platz 4, der Telekommunikationsriese Huawei auf Platz 5, der Display-Hersteller BOE auf Platz 11 und das Tech-Schwergewicht Oppo auf Platz 49. Letzterem wurden im vergangenen Jahr in den USA zum Beispiel 719 Patente erteilt, was einem Anstieg von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Was die Gesamtzahl der weltweit gehaltenen Patente anbelangt, so besitzt China 29 Prozent der weltweit 250 Patentfamilien, also Sammlungen von Patentanmeldungen aus gleichen oder ähnlichen technischen Bereichen. Danach folgen die USA (24 Prozent) und Japan (19 Prozent), so IFI Claims.

Eine genauere Analyse zeige jedoch, dass die Portfolios der USA und Japans noch stärker und ausgereifter sind. Dennoch sei klar, dass China eine Forschungs- und Entwicklungskultur gefördert hat, die das geistige Eigentum sehr ernst nimmt, so Mike Baycroft, CEO von IFI Claims Patent Services, in einer Erklärung.

Diese Fortschritte kommen dadurch zustande, dass chinesische Unternehmen ihre Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) zunehmend verstärken. Huawei zum Beispiel investierte im Jahr 2020 141,9 Milliarden Yuan (19,5 Milliarden Euro) in F&E, was etwa 15,9 Prozent seines Umsatzes entspricht.

Jason Ding, Leiter der Abteilung für geistiges Eigentum bei Huawei, ließ in der Vergangenheit bereits wissen, dass das Unternehmen durch Investitionen in Innovationen zu einem der größten Patentinhaber der Welt geworden sei.

Auch Oppo verstärkt seine F&E-Aktivitäten. Chen Mingyong, CEO von Oppo, erklärte in diesem Kontext, dass das Unternehmen durch die Erhöhung seiner F&E-Ausgaben eine Vorreiterrolle im Technologiebereich anstrebe: „Wir haben viele Jahre lang hart daran gearbeitet, unsere Produkte zu verbessern."

Bislang hat Oppo Patente in mehr als 40 Ländern und Regionen der Welt angemeldet, um sein globales Geschäft auszubauen. Bis zum 31. Dezember 2021 hatte Oppo weltweit 75.000 Patentanmeldungen eingereicht, und die Zahl der genehmigten Patente übersteige mittlerweile 34.000, so das Unternehmen.