Chinas oberste Industrieregulierungsbehörde hat am Dienstag einen Fünfjahresplan zur Beschleunigung der Integration von digitaler und realer Wirtschaft vorgestellt, der den politischen Rahmen für die industrielle Entwicklung des Landes bis 2025 abstecken soll.

Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) erklärte, dass die Beschleunigung der tiefgreifenden Integration von Informationstechnologien in allen Industrieketten von großer Bedeutung sei, um die Digitalisierung der Industrie und die digitale Industrialisierung in der neuen Ära zu fördern.

Gemäß dem Fünfjahresplan wird das Ministerium fünf spezielle Initiativen ergreifen, darunter die Förderung der digitalen Transformation der Fertigung und industrieller Internetplattformen, um die industrielle Modernisierung voranzutreiben.

Xie Shaofeng, Direktor der Abteilung für die Entwicklung der Informationstechnologie im MIIT, sagte, der Fünfjahresplan enthalte sowohl quantitative als auch qualitative Ziele. So soll bis 2025 der Verbreitungsgrad industrieller Internetplattformen auf 45 Prozent und der Verbreitungsgrad digitaler Forschungs-, Entwicklungs- und Designwerkzeuge auf 85 Prozent erhöht werden.

Das Ministerium erklärte, die integrative Entwicklung von "5G plus industriellem Internet" sei in China auf einem guten Weg. Derzeit würden bereits mehr als 100 einflussreiche industrielle Internetplattformen aufgebaut. Darüber hinaus befänden sich in China mehr als 1.800 5G-plus-Industrieinternet-Projekte im Bau, die 10 wichtige Branchen wie Bergbau, Kohle und Elektrizität abdeckten.

Ni Guangnan, Wissenschaftler an der Chinesischen Akademie für Ingenieurwesen, sagte, dass die verstärkten Bemühungen, die Entwicklung des industriellen Internets zu beschleunigen, die Produktionseffizienz erheblich verbessern werden. Langfristig werde dies die Wettbewerbsfähigkeit des chinesischen verarbeitenden Gewerbes auf der Weltbühne stärken.

Am Dienstag stellte das MIIT außerdem einen Fünfjahresplan zur Förderung der Big-Data-Industrie des Landes vor. Dem Plan zufolge wird das geschätzte Volumen der chinesischen Big-Data-Industrie bis 2025 auf über drei Billionen Yuan (415 Mrd. Euro) ansteigen, verglichen mit mehr als einer Billion Yuan im Jahr 2020, und die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate soll bei etwa 25 Prozent gehalten werden.

Xie sagte, dass Chinas Big-Data-Industrie in den letzten fünf Jahren schnell gewachsen sei und die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 30 Prozent übersteige.

Die nächsten fünf Jahre seien laut Xie ein wichtiger Zeitraum für den Aufbau Chinas zu einem Produktions- und digitalen Kraftzentrum, was neue und höhere Anforderungen an die Entwicklung der Big-Data-Industrie bedeute.

Das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation prognostiziert, dass China bis 2025 etwa 27,8 Prozent des weltweiten Datenvolumens auf sich vereinen und damit weltweit an erster Stelle stehen wird.

Sun Ke, stellvertretender Direktor des Instituts für Politikwissenschaft und Wirtschaft an der Chinesischen Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie, einer in Beijing ansässigen Denkfabrik, sagte, dass in der Ära der digitalen Industriewirtschaft eine große Menge an Industriedaten mit dem Internet verbunden sein werden, was die Entwicklung der Big-Data-Industrie weiter vorantreiben werde.