Auf dem ersten digital durchgeführten „Hamburg Summit“ mit 350 Gästen am Dienstag standen die Beziehungen zwischen China und der EU nach der Corona-Pandemie im Fokus. Hochrangige Vertreter von beiden Seiten waren sich darin einig, die bilateralen Beziehungen durch mehr Dialog zu stärken.

Screenshot von der Webseite des "Hamburg Summit"

„Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft ernsthaft und nachhaltig gestört und die Fragilität und die Abhängigkeiten in den internationalen Wertschöpfungs- und Lieferketten ans Licht gebracht“, sagte Norbert Aust, Präsident der Handelskammer Hamburg, auf dem Gipfel. „Es ist daher entscheidend, in den Dialog zu treten, um die Lehren aus der Krise zu ziehen, die Wirtschaft wieder zu stärken und über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen China, der EU und den USA zu diskutieren. Dieses Beziehungsdreieck wird die kommenden Jahrzehnte prägen.“

Liu He, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und der stellvertretende Ministerpräsident Chinas, sagte per Videolink, dass China und Europa als zwei große Volkswirtschaften und treibende Kräfte der Erholung der Weltwirtschaft die pragmatische Wirtschafts- und Handelskooperation in der Zeit nach der COVID-19-Pandemie weiter stärken sollten. „Beide Seiten sollten gemeinsam eine grüne und kohlenstoffarme Transformation vorantreiben, die Zusammenarbeit im Handel und bei Investitionen vertiefen und gemeinsam eine sichere und reibungslose Lieferkette aufrechterhalten, um den Bau der Asien-Europa-Konnektivität gemeinsam zu fördern. China und die EU sollten das gegenseitige Verständnis durch Dialog verbessern und sich bemühen, in Fragen von allgemeinem Interesse einen Konsens zu erzielen“, so Liu weiter.

Auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell maß den bilateralen Beziehungen große Bedeutung bei. „Es ist kein Geheimnis, dass die Beziehungen zwischen der EU und China in diesem Jahr schwierig waren. Gerade deshalb müssen wir miteinander reden und einen Dialog führen. Initiativen wie der Hamburg Summit sind in dieser Hinsicht sehr wichtig. Sie bieten Europäern und Chinesen einen Raum, um miteinander zu sprechen und zu versuchen, den Standpunkt des anderen zu verstehen. Dabei gilt: Nach Gemeinsamkeiten zu suchen, wenn möglich, und Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, wenn nötig.“

Peter Altmaier, geschäftsführender Bundesminister für Wirtschaft und Energie, plädierte dafür, dass die beiden Seiten die bilateralen Handelsbeziehungen an die dynamischen globalen Herausforderungen anpassen müssten.

Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Peter Tschentscher, bezeichnete den Hamburg Summit als eine eine wichtige Konferenz zur Vertiefung der europäisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Er betonte auch die Rolle des offenen Dialogs bei der Stärkung der bilateralen Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit und forderte zugleich die Stabilisierung der Lieferketten in der Pandemie.

Der „Hamburg Summit: China meets Europe“ findet seit 2004 alle zwei Jahre statt. Der diesjährige Gipfel ist bereits der neunte seiner Art. Der achte fand Ende November 2018 statt. Wegen der Pandemie wurde die eigentlich für 2020 geplante Ausgabe auf dieses Jahr verschoben.