Hundert Tage vor der Eröffnungsfeier ist in Beijing alles bereit, um inklusive und zugängliche Paralympische Winterspiele zu veranstalten. Die Organisatoren wollen damit für die künftige Förderung der Teilnahme von Behinderten an Sportereignissen ein Beispiel setzen.

Chinas Sportlerinnen treten bei der Rollstuhlcurling-Weltmeisterschaft 2021 in Beijing an. (Foto vom 30. Oktober 2021, Xinhua)

Nach Angaben des Organisationskomitees der Beijinger Winterspiele 2022 seien durch Veranstalter und Grundeigentümer die fünf Sportstätten hergerichtet worden, an denen sechs Wettbewerbe ausgetragen würden: Ski Alpin, Skilanglauf, Biathlon, Snowboarden, Para-Eishockey und Rollstuhlcurling. Die temporären Einrichtungen für die medizinische Betreuung der Athleten, die Wartung von Sportprothetik, das Medienzentrum und der Bereich für die Siegerehrungen seien nahezu fertiggestellt.

Nach Auskunft von Yang Jinkui, dem Direktor der Abteilung für Paralympics des Organisationskomitees für die Winterspiele Beijing 2022, seien nach der Gastgeberschaft für einige internationale Testläufe, darunter die Weltmeisterschaft im Rollstuhlcurling, die Organisatoren nun mit der Feinabstimmung der Wettbewerbe und des Services rund um die Veranstaltungen herum beschäftigt. Damit werde man auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen den Paralympioniken noch bessere Erlebnisse bieten können.

Das Wassersportzentrum, das „Wasserwürfel“ genannt wird, wurde nun mit Hilfe eines innovativen Verfahrens in einen „Eiswürfel“ für Curling-Wettbewerbe verwandelt, wobei das Wasserbecken nun mit beweglichen Stahlkonstruktionen versehen ist, die als Grundlage für Eisschichten dienen.

Die umgebaute Sportstätte habe während der Rollstuhlcurling-Weltmeisterschaft alle Tests hinsichtlich der Stabilität der Eisfläche, der Feinabstimmung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, der Zugänglichkeit und der Auflagen im Rahmen der COVID-19 Bestimmungen bestanden und entspreche internationalen Standards, sagt das Team, das für den Betrieb der Halle verantwortlich ist.

„Die Fähigkeit, von einer Schwimmhalle zu einem Eisstadion zu wechseln, wobei im Untergrund südlich der Haupthalle noch zwei separate Eisflächen für Trainingsaktivitäten hinzukommen, wird die Sportstätte zu einer ganzjährig nutzbaren Einrichtung sowohl für behinderte wie auch für nichtbehinderte Sportler machen.“

Während die Vorbereitungen für die Paralympics ihrem Höhepunkt entgegengehen, blicken die chinesischen Organisatoren und Sportförderer auf die Rolle, die dieses Sportereignis dabei spielen kann, künftig mehr behinderte Sportler für Aktivitäten auf dem Eis und im Schnee zu begeistern. Auch über 2022 hinaus soll damit das Bewusstsein für einen gleichberechtigten Zugang zu Trainingsmöglichkeiten behinderter und nichtbehinderter Wintersportler geschärft werden.

Seit Ende letzten Jahres ist ein neuerrichtetes, Wintersportzentrum für Sportler mit Behinderungen in Betrieb, wodurch die Grundlage für Entdeckung und Förderung junger Talente aus ganz China gelegt wurde. Die Einrichtung wird vom Chinesischen Behindertenverband betrieben.

Bereits im September letzten Jahres wurde für die breite Öffentlichkeit die illustrierte Fassung eines Reiseführers zur barrierefreien Umgestaltung städtischer Infrastruktur veröffentlicht, der darauf abzielt, während der Spiele und für die Zeit danach eine bessere Zugänglichkeit zu den Sportstätten zu garantieren.

Seit November 2019 hat Beijing 7.031 Bürgersteige mit einem Leitsystem für Sehbehinderte versehen und an 11.911 Bushaltestellen, U-Bahnstationen und Parkplätzen Schilder in Brailleschrift erneuert. Dies geht aus Angaben des Behindertenverbandes der Stadt hervor.