(Foto von VCG)

In diesem Jahr wird der 30. Jahrestag der Aufnahme von Dialogbeziehungen zwischen China und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) begangen. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich der Handel zwischen China und ASEAN um das 85-fache erhöht. Im vergangenen Jahr war China bereits im 12. Jahr in Folge der größte Handelspartner von ASEAN, während ASEAN gleichzeitig auch Chinas größter Handelspartner war.

Seit der Umsetzung des China-ASEAN-Freihandelsabkommens (CAFTA) im Jahr 2010 ist der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen China und ASEAN durch die tiefe Integration von Industrie- und Wertschöpfungsketten rasch gewachsen. Im Rahmen des CAFTA wurden die Zölle auf 7.000 Produkte abgeschafft.

Am Montag kündigten China und ASEAN gemeinsam die Gründung einer umfassenden strategischen Partnerschaft an - ein neuer Meilenstein in der Geschichte der Beziehungen zwischen China und ASEAN. Damit soll weiter zum Aufbau einer offenen, integrativen und nachhaltigen Region beigetragen werden, in der Frieden, Sicherheit, Wohlstand und nachhaltige Entwicklung herrschen.

Wang Zhengbo, Geschäftsführer der Guangxi TWT Supply Chain Management Co. Ltd. ist derzeit damit beschäftigt, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden, indem er kambodschanische Tapioka, Mango, Reis und andere landwirtschaftliche Produkte nach China importiert. Wang erklärte, dass die kambodschanischen Produkte sowohl in Bezug auf die Qualität als auch auf die Preise Vorteile hätten.

Um durch den Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen einen einheitlichen Markt zu schaffen, haben die 10 ASEAN-Länder überdies auch die Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) initiiert, welche am 1. Januar 2022 in Kraft treten wird. Dann werden mehr als 90 Prozent des Warenhandels in der Region zollfrei sein.

Dem RCEP-Abkommen gehören 10 ASEAN-Mitglieder sowie China, Japan, die Republik Korea (Südkorea), Australien und Neuseeland an. Die Gesamtbevölkerung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Handel der 15 Staaten machen zusammen etwa 30 Prozent der globalen Gesamtwerte aus.

Do Nam Trung, vietnamesischer Generalkonsul in Nanning in der Autonomen Region Guangxi, ist sich sicher, dass die Unterzeichnung des RCEP die Entwicklung der wirtschaftlichen Globalisierung stark vorantreiben und eine neue Ära des Wirtschafts- und Handelsaustauschs zwischen ASEAN und China einleiten werde.

Das RCEP-Abkommen sei besonders nützlich für den Abbau und die Beseitigung von Handelshemmnissen und die Schaffung des größten gemeinsamen Marktes der Welt, auf dem Waren und Dienstleistungen freier gehandelt werden könnten. Dadurch werde nicht nur die regionale, sondern auch die weltweite wirtschaftliche Erholung beschleunigt, betonte auch Oh Ei Sun, ein Senior Fellow am Singapore Institute of International Affairs.

„Die Beziehungen zwischen China und ASEAN haben sich zum erfolgreichsten und dynamischsten Kooperationsmodell im asiatisch-pazifischen Raum entwickelt", machte Zhai Kun, Professor an der Fakultät für internationale Studien der Peking-Universität, deutlich.

„Die Aufwertung der bilateralen Beziehungen zwischen China und ASEAN wird mehr Kooperationsmöglichkeiten für die regionale und globale Governance bieten und den Fortschritt der RCEP in hohem Maße vorantreiben", fügte er mit Blick in die Zukunft hinzu.