ANNUALEX, die gemeinsame Übung der US-amerikanischen, japanischen, australischen, kanadischen und deutschen Seestreitkräfte im Philippinischen Meer, bedroht laut chinesischen Experten den Frieden in Ostasien. Die USA wollten damit lediglich erneut versuchen, eine Gruppe aus Verbündeten gegen China zu bilden.

Die deutsche Fregatte Bayern ist am 5. November in Tokio eingetroffen. (Foto: VCG)

Die gemeinsame Übung der USA, Japans, Australiens, Kanadas und Deutschlands in Ostasien würde den regionalen Frieden bedrohen und Unzufriedenheit unter den Ländern der Region auslösen, kritisierten Experten, nachdem die fünf Länder ihre zehntägige Übung begonnen haben.

Nach Angaben auf der Website der US-Pazifikflotte werden die Seestreitkräfte Australiens, Kanadas, Deutschlands, Japans und der USA vom 21. bis 30. November die multilaterale und multinationale Übung „ANNUALEX“ im Philippinischen Meer durchführen. In dem Zeitraum würden die fünf Seestreitkräfte verbesserte maritime Kommunikationstaktiken, U-Boot-Abwehroperationen, Luftkriegsoperationen, Nachschub auf See-Operationen, Cross-Deck-Flugoperationen und maritime Abfangmanöver üben, teilte die Flotte mit.

Am Montag veröffentlichte die chinesische Denkfabrik „South China Sea Strategic Situation Probing Initiative“ Satellitenbilder, auf denen 34 Kriegsschiffe in den Gewässern südlich der japanischen Insel Shikoku zu sehen sind - darunter der US-Flugzeugträger USS Carl Vinson, der japanische Hubschrauberzerstörer Izumo, der australische Zerstörer HMAS Brisbane, das kanadische Kriegsschiff HMCS Winnipeg und die deutsche Fregatte Bayern.

Die Situation in Ostasien sei vergleichsweise friedlich und stabil, und die gemeinsame Übung passe daher überhaupt nicht zu der friedlichen Situation. Die Übung sei lediglich als ein weiterer politischer Trick der USA zu bewerten, mit dem sie Cliquen aus Verbündeten bilden wollen, erläuterte Zhang Junshe, ein leitender Wissenschaftler an der PLA Naval Research Academy, am Montag der Global Times.

ANNUALEX ist eine jährlich stattfindende Marineübung unter der Leitung der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungskräfte (JMSDF). Nach Angaben auf der Website der US-Pazifikflotte sind Seestreitkräfte aus der ganzen Welt zur Teilnahme eingeladen, um dauerhafte Beziehungen zu stärken und gleichzeitig die Fähigkeiten der Marine auf allen Ebenen zu verbessern.

Japan würde allerdings nur bluffen, um China abzuschrecken. Das müsse sich auf die Strategie des Großmachtwettbewerbs der USA einlassen. Bestimmte japanische Politiker und Medien wollten Kräfte außerhalb Asiens einsetzen, um Chinas Aufstieg zu stören, warnten die chinesischen Experten. Sie wiesen darauf hin, dass China seine Souveränität, seine Sicherheit und seine Entwicklungsinteressen entschlossen verteidigen werde, wenn es um seine Kerninteressen geht - ganz zu schweigen davon, dass die Verbündeten der USA in Anbetracht ihrer engen wirtschaftlichen Beziehungen zu China natürlich auch ihre eigenen Interessen hätten. Und wenn die ANNUALEX-Länder nun weiterhin die Region aufmischen sollten, würden neben China auch andere Länder in der Region unzufrieden werden, so die Experten weiter. Die ostasiatischen Länder, die während des Zweiten Weltkriegs Opfer der japanischen Aggression geworden waren, seien gegenüber Japan bis heute stets wachsam geblieben, betonte Zhang von der PLA Naval Research Academy.

Am Samstag schickte die chinesische Volksbefreiungsarmee (VBA) einen Lenkwaffenzerstörer des Typs 052D und eine Lenkwaffenfregatte des Typs 054A durch die Tsushima-Straße, nachdem zuvor bereits drei VBA-Kriegsschiffe - ein Lenkwaffenzerstörer des Typs 052D, eine Lenkwaffenfregatte des Typs 054A und ein Nachschubschiff des Typs 903 - am Freitag durch die Miyako-Straße gefahren waren, wie das japanische Verteidigungsministerium am Montag und Samstag in Pressemitteilungen mitteilte.