Unmittelbar nachdem China und Russland am Sonntag eine gemeinsame Marineübung im Japanischen Meer abgeschlossen hatten, gingen zehn mächtige Kriegsschiffe beider Länder zur nächsten Mission über und fuhren am Montag bei ihrer ersten gemeinsamen Seepatrouille durch die Tsugaru-Straße in den Pazifischen Ozean. Experten zufolge könnte diese gemeinsame Truppe am Dienstag Japan einkreisen oder sich den USA nähern.

Chinesische und russische Kriegsschiffe durchqueren bei der Marineübung Joint Sea-2021 am Morgen des 15. Oktober simuliertes vermintes Seegebiet. Die chinesisch-russische gemeinsame Marineübung begann am Nachmittag des 14. Oktober in Gewässern nahe der russischen Peter-der-Große-Bucht zu Trainingsthemen wie Kommunikation, Minenabwehr, Luftverteidigung, scharfes Schießen auf maritime Ziele, gemeinsames Manövrieren und gemeinsame U-Boot-Abwehrmissionen. (Foto: China Military)

Die gemeinsame Patrouille zeuge von dem hohen Maß an politischem und militärischem gegenseitigem Vertrauen, das zwischen China und Russland im Hinblick auf die Wahrung des regionalen Friedens und der Stabilität besteht. Das sei besonders wichtig in einer Zeit, in der die USA sich mit ihren Verbündeten wie Japan und Australien verbünden und den asiatisch-pazifischen Raum destabilisieren.

Die japanischen maritimen Selbstverteidigungskräfte (JMSDF: Japan Maritime Self-Defense Force) entdeckten eine gemeinsame Flottille, bestehend aus 10 Kriegsschiffen aus China und Russland. Im Detail handelte sich dabei um den Lenkwaffenzerstörer „Nanchang“ vom Typ 055, den Lenkwaffenzerstörer „Kunming“ vom Typ 052D, die Lenkwaffenfregatten „Binzhou“ und „Liuzhou“ vom Typ 054A und das umfassende Versorgungsschiff „Dongpinghu“ vom Typ 903A aus China sowie um die großen U-Bootabwehrschiffe„Admiral Panteleev“ und „Admiral Tributs“, das Spezialschiff „Marshal Krylov“ und die Korvetten des Projekts „20380 Hero“ der Russischen Föderation,„AldarTsydenzhapov“ und „Gromkiy“ aus Russland.Die Schiffe seien gesichtet worden, als sie am Montag die Tsugaru-Straße zwischen Japans Hauptinsel Honshu und Hokkaido passierten und in Richtung Pazifik segelten, teilte das japanische Verteidigungsministerium in einer Pressemitteilung am selben Tag mit.Dies sei das erste Mal, dass chinesische und russische Kriegsschiffe gemeinsam die Tsugaru-Straße durchquert haben, hieß es in der Pressemitteilung.

Die Tsugaru-Straße ist kein Hoheitsgewässer, und Kriegsschiffe aller Länder haben das Recht, sie zu durchqueren. Das bedeute, dass die Durchfahrt der chinesischen und russischen Schiffe in vollem Einklang mit dem Völkerrecht und der gängigen Praxis stehe, erklärte Zhang Junshe, ein leitender Forschungsmitarbeiter an der Marineforschungsakademie der Volksbefreiungsarmee (VBA), am Dienstag.

Viele der Schiffe haben gerade die Marineübung „Joint Sea-2021“ in den Gewässern in der Nähe des russischenPeter-der-Große-Bucht abgeschlossen, die am Donnerstag begonnen hatte und am Sonntag endete. Die Schiffe übten dabei mehr als 20 gemeinsame Aufgaben, darunter Minenabwehr, Artillerieschießen mit scharfer Munition, Luftverteidigung, Manöver, Kommunikation und U-Boot-Abwehr, wie aus einer am Montag veröffentlichten Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums sowie offiziellen chinesischen Medienberichten der letzten Tage hervorgeht.

China und Russland hatten bereits 2019 und 2020 zwei gemeinsame strategische Luftpatrouillen im Japanischen Meer und im Ostchinesischen Meer durchgeführt. Für dieses Jahr erwarten Beobachter eine dritte, bei der noch mehr Flugzeugtypen und eine größere Flotte eingesetzt werden könnten. Nach der ersten gemeinsamen strategischen Seepatrouille könnten nun auch solche Patrouillen zur Routine werden, und in Zukunft könnte eine gemeinsame Luft- und Seepatrouille stattfinden, hieß es.