Chinas Staatsrat hat den Plan der Hauptstadt Beijing genehmigt, wonach es ausländischen Unternehmen gestattet ist, mit einer Beteiligungsobergrenze von 50 Prozent in Virtuelle Private Netzwerke (VPN) zu investieren. Zusammen mit weiteren beschlossenen Maßnahmen übernimmt Beijing damit die Führung bei der Öffnung des Dienstleistungssektors – weitere Städte könnten jedoch in Kürze folgen, so Experten.

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Der Staatsrat, Chinas Kabinett, hat Beijings Plan genehmigt, ausländischen Unternehmen Investitionen in Virtuelle Private Netzwerke (VPN) mit einer Beteiligungsobergrenze von 50 Prozent zu erlauben. Dieser Schritt zeigt laut Branchenexperten die Entschlossenheit und das Vertrauen des Landes, den Sektor der Telekommunikationsdienste weiter zu öffnen.

Ausländische Telekommunikationsbetreiber können Joint Ventures gründen, um ausländischen Unternehmen in Beijing VPN-Dienste anzubieten, heißt es in einer am Montag auf der Website der Zentralregierung veröffentlichten Ankündigung. Darüber hinaus werden für ausländische Unternehmen, die im Haidian Science Park in Beijings Zhongguancun - der landesweit ersten Demonstrationszone für unabhängige Innovation - integriert sind, die Beteiligungsbeschränkungen für ausschließlich für App-Stores geleistete Informationsdienste aufgehoben. Für ausländische Unternehmen in den Beijinger Demonstrationszonen, die für die Ausweitung der Öffnung des Dienstleistungssektors vorgesehen sind, werden die Eigentumsbeschränkungen für Internetzugangsdienste ebenfalls aufgehoben.

Zeng Jianqiu, Professor für Telekommunikationsökonomie an der Peking Universität für Post und Telekommunikation, erklärte, der Schritt sei ein Zeichen für Chinas Entschlossenheit, seinen Dienstleistungssektor weiter zu öffnen, und werde die Entwicklung der Informationskommunikationsbranche langfristig fördern.

„Der Bereich der Dienstleistungen mit Mehrwert ist ein wichtiger Bereich, den China am stärksten öffnen will", betonte er. Die Erlaubnis für ausländische Telekommunikationsbetreiber, über Joint Ventures in inländische VPN-Dienste zu investieren, werde die Betriebs- und Kommunikationskosten ausländischer Unternehmen senken, die Servicequalität verbessern und die Vitalität der Marktteilnehmer steigern, so Zeng. Beijing übernehme damit nun die Führung bei der Öffnung seiner Dienstleistungsindustrie, insbesondere im Telekommunikationssektor, aber ähnliche Maßnahmen könnten nach und nach auch in anderen Städten eingeführt werden, erklärte der Professor.

Im September gab es in China 649 ausländisch investierte Unternehmen, die Mehrwert-Telekommunikationsdienste anbieten - im Vergleich zu 269 Unternehmen ein Jahr zuvor. Das entspricht laut Angaben der staatlichen Denkfabrik China Academy of Information and Communications Technology einem jährlichen Anstieg von 241,3 Prozent.

Ein VPN ist eine verschlüsselte Verbindung über das Internet zwischen einem Gerät und einem Netzwerk. Die verschlüsselte Verbindung sorgt dafür, dass sensible Daten sicher übertragen werden können. Einige transnationale Unternehmen benötigen ein VPN für die Büroarbeit und dürfen laut dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) über registrierte Anbieter Zugang zu VPN-Diensten erhalten.

Seit 2015 hat Beijing Maßnahmen ergriffen, um die Dienstleistungsbranche - einschließlich Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Finanzen, Tourismus und Gesundheitswesen - für ausländische Investoren weiter zu öffnen.Von Januar bis Juli haben sich 1.035 ausländisch investierte Unternehmen in Chinas Hauptstadt niedergelassen - ein Anstieg um 55,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum erreichte der tatsächliche Einsatz ausländischen Kapitals in der Stadt 10,33 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, so das Handelsbüro der Stadt.