Energieunternehmen in China haben ein Auge auf die trockenen, windgepeitschten Regionen des Landes geworfen, um deren reiche Solar- und Windressourcen weiter zu erschließen, da die Regierung verspricht, den Bau von groß angelegten Wind- und Solarenergieanlagen in Wüstengebieten zu beschleunigen.

Sonnenkollektoren in der Nähe von Trockengebieten des Qilian-Gebirges im Nordwesten Chinas. [Foto von Wang Jiang/China Daily]

In der vergangenen Woche kündigte China an, seinen Energiemix durch den Bau großer Wind- und Solarkraftwerke in der Wüste Gobi und anderen Trockengebieten des Landes weiter zu optimieren. Die erste Phase, die 100 Gigawatt Wind- und Solarenergie in der Wüste umfasst, hat vor Kurzem im Rahmen der laufenden Bemühungen, Planung und Bau großer Wind- und Solarprojekte zu beschleunigen und gleichzeitig die Anpassung der Industrie- und Energiestruktur des Landes zu fördern, begonnen. Unternehmen wie der Ölgigant China National Petroleum Corporation, der fünftgrößte inländische Stromerzeuger, die State Power Investment Corporation, und der weltgrößte Raffineriebetreiber, die China Petrochemical Corporation, arbeiten allesamt an Plänen zur Entwicklung von Projekten für saubere Energie in der Wüste Gobi und anderen Trockengebieten Chinas.

Die State Power Investment Corporation gab am Freitag bekannt, dass sie mit dem Bau eines Photovoltaikprojekts in der Provinz Qinghai begonnen habe, das eine installierte Gesamtkapazität von fast einer Million Kilowatt aufweisen soll und gleichzeitig Teil des Qinghai-Henan-Ultrahochspannungs-Gleichstromprojekts ist, einer 1.587 Kilometer langen 800-Kilovolt-Gleichstromleitung, die erneuerbare Energie aus den westlichen Regionen des Landes in zentrale Gebiete übertragen soll.

Das Projekt, das bis zum Ende des 14. Fünfjahresplans (2021-25) in Betrieb gehen soll, werde die riesigen Wüstengebiete und Wasserkraftressourcen am Oberlauf des Gelben Flusses in vollem Umfang nutzen und gleichzeitig das Potenzial der Wasser-, Wind- und Solarenergie in den westlichen Regionen ausschöpfen, so das Unternehmen.

Das Unternehmen ist außerdem aktiv am Aufbau sauberer Energien in der Autonomen Region Innere Mongolei beteiligt. Die Machbarkeitsprüfung für ein Solarprojekt mit einer installierten Leistung von vier Millionen Kilowatt sei abgeschlossen, während die Bauarbeiten für ein Windenergieprojekt mit einer installierten Leistung von 2,4 Millionen Kilowatt demnächst beginnen sollen, hieß es.

CNPC hat zudem die Nutzung von Wind- und Solarressourcen in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang sowie experimentelle Projekte intensiviert, einschließlich grüner Wasserstoff- und Kohlenstoffabscheidungs-, -verwertungs- und -speicherungstechnologien (CCUS).

Nach Angaben eines Analysten wird der Bau eines gigantischen Komplexes für erneuerbare Energien in Chinas Wüstenregionen das Tempo der Energiewende beschleunigen und gleichzeitig das Bestreben des Landes, bis 2030 eine installierte Solar- und Windkapazität von mehr als 1.200 Gigawatt zu erzielen, leichter umsetzbar machen.

„China baut ein neues Energiesystem auf, in dem erneuerbare Energien die Hauptrolle spielen, die Pläne der Regierung werden dafür sorgen, dass die enormen Solar- und Windressourcen im Nordwesten des Landes gut genutzt werden", erklärte Luo Zuoxian, Leiter der Abteilung Intelligenz und Forschung am Sinopec Forschungsinstitut für Wirtschaft und Entwicklung.