Ministerpräsident Li Keqiang sagte, dass die gute und stabile Entwicklung der chinesisch-deutschen Beziehungen für beide Länder und die Welt segensreich sei. Er rief beide Seiten dazu auf, auch weiterhin an der gegenseitigen Öffnung festzuhalten und gemeinsam gegen globale Herausforderungen anzutreten.

Videokonferenz zwischen Ministerpräsident Li Keqiang und Bundeskanzlerin Angela Merkel (Xinhua/Liu Bin)

In diesem Sinne äußerte sich Li am Montag in einem Videogespräch mit der scheidenen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Erst wenige Tage zuvor hatte Staatspräsident Xi Jinping über eine Videoverbindung mit Merkel gesprochen.

Merkel habe zwölf Mal China besucht und sei während ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft in mehr als zehn Städten Chinas gewesen.

Li sprach positiv über Merkels Beitrag zur Förderung der praktischen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland und China und der EU, sowie des freundschaftlichen Austausches auf allen Gebieten. Dank gemeinsamer Anstrengungen führe die chinesisch-deutsche Kooperation die Kooperation zwischen China und der EU an.

Der Ministerpräsident sagte, dass die Ursache für die Stabilität der Beziehungen zwischen China und Deutschland darin bestünde, dass beide Seiten ihr Gegenüber als gleichberechtigt betrachteten, den anderen respektierten, das Hauptaugenmerk auf praktische Zusammenarbeit legten, angemessen mit Problemen umgingen und bei der Bewältigung von Problemen den Multilateralismus hochhielten.

Da im nächsten Jahr das 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China begangen werde, sagte Li, dass Beijing bereit sei, mit Berlin die Erschließung der Möglichkeiten vertiefter Kooperation und gegenseitigen Nutzens auszuloten, um eine stabile und langfristige Entwicklung der bilateralen Beziehungen zu sichern.

Um die Kooperation der beiden Partner auszubauen und zu kräftigen, erwarte China, dass die neue Regierung die positive und pragmatische Chinapolitik fortführe, die Zusammenarbeit in den chinesisch-deutschen Beziehungen konsolidiere und auch weiterhin den bilateralen Dialog fortsetze und Kommunikationswege wie den zwischenstaatlichen Dialog pflege, so Li.

China sei bereit, mit allen Parteien, darunter auch Deutschland, gemeinsam gegen den Klimawandel anzutreten und die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu verstärken.

Unter dem Hinweis auf die weitere Öffnung Chinas sagte Li, er hoffe, dass beide Staaten weiterhin offen stünden, gemeinsam das regelbasierte, multilaterale Handelssystem schützten, die Stabilität der globalen Industrie- und Handelsketten bewahrten, die globale Governance in Fragen der Wirtschaft förderten und konzertierte Anstrengungen zur Bewältigung globaler Herausforderungen unternähmen.

Merkel sagte, dass Deutschland und China seit mehr als zehn Jahren einen engen Austausch gepflegt hätten, der zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses und zur Erweiterung der Zusammenarbeit beigetragen habe.

Deutschland sei zu einer Festigung der praktischen Zusammenarbeit mit einem dynamischen China bereit, so Merkel. Auch die neue deutsche Regierung werde den Beziehungen zu China einen hohen Stellenwert beimessen.