Da China dem Leben der Shenzhou-13-Besatzung Priorität einräumt, hat es das bemannte Raumschiff Shenzhou-14 und die Rakete Langer Marsch-2F Y14 in Bereitschaft versetzt, um schnell reagieren zu können. Sollte ein Notfall eintreten, würde die Shenzhou-14 die Taikonauten innerhalb von achteinhalb Tagen aus dem All retten können, sagten Insider des bemannten Raumfahrtprojekts des Landes am Montag.

Das Raumschiff Shenzhou-14 wurde gleichzeitig mit der unlängst gestarteten Shenzhou-13 hergestellt und getestet. Die Rakete Langer Marsch-2F Y13 brachte Shenzhou-13 mit drei Taikonauten an Bord am frühen Samstag erfolgreich zum Kernmodul der chinesischen Raumstation Tiangong. Auch die Shenzhou-14 hat ihre Vorbereitungen abgeschlossen, wurde betankt und für eine Rettungsmission im Falle eines Notfalls in der Umlaufbahn bereit gemacht.

Die Chinesische Akademie für Trägerraketentechnologie, die Entwicklerin der Langer Marsch-2F-Raketen, sagte am Montag, dass das Serienkommando eine spezielle Liste mit dem gesamten Startpersonal für Notfälle formuliert hat, die vorsieht, dass das gesamte Verbindungspersonal innerhalb von zwei Stunden vor der Benachrichtigung aller anderen innerhalb einer Stunde nach der Versammlung des Verbindungspersonals in Position sein muss.

Innerhalb von 48 Stunden sollten sich alle Teilnehmer für einen Notstart versammeln und vorbereiten, erklärte die Akademie am Montag. Dies geschah im Anschluss an den Modus der „Weltraum-Boden-Integration“, der erstmals während der Shenzhou-12-Raumfahrtmission praktiziert wurde. Damals wurde die Shenzhou-13-Raumfähre und die Rakete Langer Marsch-2F Y13 in den Standby-Modus versetzt.

Der Start am Samstag war ein Novum in der Entwicklung der bemannten Raumfahrt des Landes, da das erstmals zwei Raumschiffe vom Bereitschaftsmodus in den Flugmodus übergegangen sind, wie Insider der Mission sagten.

In einer Pressekonferenz vor dem Start von Shenzhou-13 am Samstag teilten die chinesischen Behörden für die bemannte Raumfahrt mit, dass das Shenzhou-14-Raumschiff am 27. August mit einem im Inland gebauten Y-20-Großraumtransporter zum Jiuquan-Satellitenstartzentrum gebracht wurde.

„Das bedeutet, wenn ein neues Raumschiff in die Umlaufbahn gebracht wird und eine neue Gruppe von Taikonauten die Raumstation betritt, wird ein weiteres Raumschiff für den Notfall bereitstehen. Das wird die neue Normalität sein“, erklärte ein Sprecher auf der Konferenz den Medien.

Unter der Leitung des Kommandanten Zhai Zhigang soll die Shenzhou-13-Besatzung sechs Monate lang im Kernmodul der chinesischen Raumstation Tiangong bleiben und arbeiten und im April 2022 zur Erde zurückkehren.