Gestern hat die Insel Taiwan mit ihrer jährlichen Tien Lung-Übung begonnen, durch die die Verteidigungsfähigkeiten und die Moral auf der Insel gestärkt werden sollen. Ein Experte vom Festland machte jedoch klar, dass es sich lediglich um eine „Show“ handele, da die Luftwaffe der Insel veraltet sei und keinerlei Gefahr für das Festland darstelle.

Ein strategischer Bomber vom Typ H-6, der zu einem Bomberregiment der Marinefliegertruppe der Südlichen Kommandoeinheit der Volksbefreiungsarmee gehört, hebt zu einer realistischen Flugübung ab. (eng.chinamil.com.cn/Foto von Gao Hongwei)

Die jährliche Tien-Lung-Übung auf der Insel Taiwan, die eigentlich der Stärkung der Verteidigung und der Moral auf der Insel dienen soll, wurde von Militärexperten vom chinesischen Festland als eine Show verspottet, die lediglich Taiwans veraltete Flugzeuge strapazieren und die Piloten abnutzen werde. Die Veranstaltung werde nichts an der großen militärischen Kluft zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland ändern.

Taiwanische Medien zitierten Quellen, denen zufolge die Übung von Montag (18. Oktober) bis zum 29. Oktober stattfinden werde. Den Quellen zufolge werden die F-16V, die Mirage-2000 und die sogenannte Indigenous Defense Fighters (IDFs) der taiwanesischen Luftwaffe an dem jährlichen Manöver teilnehmen, bei dem auch die Luft-Boden-, Luft-See-, Luft-Luft- und landgestützten Kampffähigkeiten der Luftwaffe getestet werden sollen. Die Entscheidung, den Großteil der Übungen in Jiadong abzuhalten, soll laut taiwanesischen Medien die Fähigkeit der Insel stärken, Taiwans selbsternannte Luftraumüberwachungszone im Südwesten zu verteidigen.

Bei den Kampfflugzeugen, die an der Tien Lung-Übung teilnehmen sollen, handelt es sich größtenteils um leichte oder mittelschwere, aber keine schweren Kampfflugzeuge. Das bedeute, dass sie alle über ähnliche Funktionen verfügen und die bei diesen Flugzeugen eingesetzten Technologien hinter den fortschrittlichen Tarnkappen-Kampfflugzeugen des Festlandes zurückbleiben, so Fu Qianshao, ein Experte für militärische Luftfahrt. Seiner Meinung nach träumt Taiwan von der Möglichkeit, diese Waffen gegen das Festland einsetzen zu können.

Außerdem seien die Luftstreitkräfte, die Landstreitkräfte und die Marine der Volksbefreiungsarmee (VBA) quantitativ und qualitativ weitaus besser ausgerüstet als Taiwan - ganz zu schweigen davon, dass VBA ihre Kampffähigkeiten kontinuierlich verbessere, warnte Fu. Dafür verwies er beispielhaft auf eine groß angelegte Übung der chinesischen Armee in der Straße von Taiwan Anfang Oktober.

Bis Redaktionsschluss hielten mehr als 150 VBA-Flugzeuge Übungen in Taiwans selbsternannter südwestlicher Luftverteidigungszone zwischen der Insel Taiwan und den Dongsha-Inseln ab – und das allein im Oktober. Bei vielen von ihnen handelt es sich um moderne J-16-Kampfjets und H-6-Bomber, und Experten zufolge werden sich in Zukunft weitere Flugzeuge an ähnlichen Übungen beteiligen.

Fu erklärte auch, dass die Übung im Zusammenhang mit den jüngsten separatistischen Äußerungen der taiwanesischen Regionalchefin Tsai Ing-wen und den zunehmenden Flügen der VBA-Luftwaffe über Taiwans selbsternannte Luftverteidigungsidentifikationszone im Südwesten reagieren wolle. Die taiwanesische Verteidigungsbehörde berichtete, dass Flugzeuge der chinesischen Luftwaffe seit Samstag erneut in die Zone eingedrungen seien.

Er bezeichnete das Vorgehen der VBA als „wirksame und notwendige" Abschreckung für Taiwan und betonte, dass dadurch die taiwanesische Luftwaffe unter großen Druck gesetzt werde.

Der Experte sagte auch, dass die Übung Taiwans veraltete Kampfflugzeuge strapazieren und die Piloten ermüden werde. „Wenn man berücksichtigt, dass Taiwans Militärpersonal überlastet ist, wie effektiv kann die Übung dann sein, wenn eine Gruppe ausgebrannter Menschen daran teilnimmt?", fragte Fu rhetorisch. Taiwan wäre aufgrund des enormen Machtgefälles nicht in der Lage, dem Festland Widerstand zu leisten, sollte die Wiedervereinigung mit Gewalt erreicht werden. „Die Übung ist nur Show.", lautete daher sein Fazit.