Um ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum im Land herzustellen, ist vor allem eine Koordinierung der regionalen Entwicklung erforderlich. Dadurch sollen Wohlstandsunterschiede zwischen Regionen und Städten verringert werden.

Ein Blick auf eine Gaststätte im Dorf Xincang, das der Stadt Haining in Jiaxing in der ostchinesischen Provinz Zhejiang untergeordnet ist.

Es wird erwartet, dass China im Rahmen seiner Bemühungen um gemeinsamen Wohlstand eine koordinierte regionale Entwicklung vorantreiben wird. Eine ausgewogene Entwicklung zwischen den Regionen sei eine wesentliche Voraussetzung für den Sozialismus und ein Schlüsselmerkmal der Modernisierung chinesischer Prägung, so Experten.

Laut dem im März vorgestellten 14. Fünfjahresplan (2021 – 2025) für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes und den langfristigen Zielen bis 2035 wird das Land durch die weitere Entwicklung eine zunehmend ausgewogene Entwicklung zwischen den Regionen anstreben.

Man werde sich bemühen, neue Wege für die Entwicklung der westlichen Region des Landes zu finden, Durchbrüche bei der Wiederbelebung der nordöstlichen Region zu erzielen, den Aufstieg der zentralen Region und den Modernisierungsprozess der östlichen Region zu beschleunigen, hieß es.

Jia Ruoxiang, ein leitender Forscher am Institut für Raumplanung und regionale Wirtschaft der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, sagte, die chinesischen Behörden hätten klare Wege für eine koordinierte regionale Entwicklung aufgezeigt. Man erwarte in den kommenden Jahren erhebliche Fortschritte bei der Verringerung der Entwicklungs- und Einkommensunterschiede zwischen verschiedenen Regionen sowie zwischen ländlichen und städtischen Gebieten.

Laut einer Studie, die auf der Website der Nationalen Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC), Chinas oberstem Wirtschaftsplaner, veröffentlicht wurde, ist das Entwicklungsgefälle zwischen den östlichen und den westlichen Regionen sowie zwischen den südlichen und den nördlichen Regionen gewachsen.

Von 2010 bis 2019 hat sich der Unterschied im Bruttoinlandsprodukt zwischen Ostchina und Westchina von 15,06 Billionen Yuan (2,34 Billionen US-Dollar) auf 30,6 Billionen Yuan vergrößert, während das Verhältnis des BIP der westlichen Region zur östlichen Region von 0,35 auf 0,4 angewachsen ist, so die Studie.

Auf Nordchina entfielen im Jahr 2019 35,3 Prozent des nationalen BIP, was einem Rückgang von 8,1 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2010 entspricht. Das Verhältnis zwischen dem Pro-Kopf-BIP Südchinas und dem im Norden stieg im selben Zeitraum von 0,95 auf 1,31.

Experten zufolge werden die zentralen und westlichen Regionen des Landes sowie andere weniger wohlhabende Gebiete höhere Transferzahlungen erhalten. Dadurch soll die koordinierte regionale Entwicklung gestärkt werden, beispielsweise bei grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen.

Fan Hengshan, ein Ökonom für regionale Entwicklung und ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der NDRC, sagte, dass die zentrale Region eine Vorreiterrolle für eine qualitativ hochwertige Entwicklung einnehmen sollte, die durch eine moderne Produktion unterstützt wird. Außerdem sollte sie ihre Vorteile nutzen, um eine energiegeladene und unverwechselbare Industriestruktur mit Stärken in Bereichen wie Getreideproduktion, Energierohstoffe und Ausrüstungsherstellung aufzubauen.

Jia vom NDRC-Forschungsinstitut schlug vor, dass die Behörden mehr Plattformen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den östlichen und anderen Regionen einrichten sollten, damit die interregionale oder intraregionale Zusammenarbeit und die Produktionsströme verbessert werden. Dies würde zu stärkeren und engeren Verbindungen zwischen verschiedenen Regionen führen, um optimierte und tief integrierte nationale Industrie- und Wertschöpfungsketten zu bilden.

„Die Bemühungen des Landes, einen starken Binnenmarkt zu erschaffen, werden bessere Bedingungen dafür herstellen, dass Arbeit, Kapital und andere Produktionsfaktoren zwischen den verschiedenen Regionen frei fließen können. Das wird dazu beitragen, wirtschaftliche Stärken und neue Entwicklungsimpulse in Übereinstimmung mit den unterschiedlichen Entwicklungsniveaus und der Ressourcenausstattung jeder regionalen Wirtschaft zu fördern“, sagte er.

Zu diesen Bemühungen gehören Reformen zur Übertragung von Befugnissen, zur Straffung der Verwaltung und zur Optimierung staatlicher Dienstleistungen sowie auf Negativlisten basierende Ansätze für den Marktzugang, sagte Jia. Eine Negativliste bezieht sich auf besondere Verwaltungsmaßnahmen für den Zugang ausländischer Investitionen in bestimmten Branchen oder Bereichen.