Shanxi, Chinas wichtigste kohleproduzierende Provinz, strebt eine Produktionssteigerung an, um die Stromversorgungsengpässe in einigen Gebieten des Landes zu lindern, nachdem die Schließung einiger Kohleminen aufgrund starker Regenfälle in der Provinz die Stromversorgungskapazität erneut unter Druck gesetzt hat.

Beamte der Provinz forderten die 51 Kohlebergwerke, die in den ersten acht Monaten bereits die Produktionsziele für das gesamte Jahr erreicht haben, auf, die Förderung des fossilen Brennstoffs fortzusetzen, wobei sie nach Angaben der örtlichen Regierung im vierten Quartal eine geschätzte Produktion von 20,65 Millionen Tonnen erreichen sollen.

Shanxi hat außerdem 98 Bergwerke angewiesen, ihre Produktionskapazität im vierten Quartal um über acht Millionen Tonnen zu erhöhen. Die 98 Kohlebergwerke werden ihre Kapazität in diesem Jahr um insgesamt 55,3 Millionen Tonnen erhöhen.

Mit diesem Schritt wolle Shanxi die Kohleversorgung der Kraftwerke im ganzen Land sicherstellen, da die Schließung von 60 Kohlebergwerken aufgrund schwerer Regenfälle in der Provinz die Stromversorgungsprobleme in einigen Regionen weiter verschärft habe, so Experten.

Im vergangenen Monat hatten Probleme bei der Stromversorgung zu Stromrationierungen in Fabriken in Provinzen wie Jiangsu und Guangdong und zu Stromausfällen in einigen Haushalten im Nordosten Chinas geführt.

Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Chinas oberste Wirtschaftsaufsichtsbehörde, gab kürzlich in einer Erklärung bekannt, dass sie die wichtigsten kohleproduzierenden Provinzen und Unternehmen aufgefordert habe, ihre Produktion zu erhöhen und den Transport zu rationalisieren, um die Energieversorgung sicherzustellen.

Die autonome Region Innere Mongolei ist der Aufforderung der Regierung bereits nachgekommen und hat 72 Kohlebergwerke angewiesen, ihre Jahreskapazität um 98 Millionen Tonnen zu erhöhen und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten. In Yulin in der Provinz Shaanxi hat die Lokalregierung die Kohleunternehmen ebenfalls aufgefordert, ihre Kapazitäten zu erhöhen.

Den jüngsten Daten der NDRC zufolge ist die Gesamtzahl der Kraftwerke, die über Kohlevorräte für weniger als sieben Tage verfügen, am Donnerstag im Vergleich zu der Zeit vor dem Nationalfeiertag um 90 Prozent gesunken, was nach Ansicht von Experten auf eine Verbesserung der Kohleversorgung im ganzen Land hinweise.

„Kapazitätserweiterungen sind derzeit der effizienteste Weg, um die Stromversorgung angesichts der derzeitigen Stromknappheit in einigen Gebieten zu erhöhen und die in der Heizperiode ansteigende Nachfrage zu decken“, sagte Wu Lixin, Assistent des Generaldirektors des Planungsinstituts Kohleindustrie der „China Coal Technology and Engineering Group“.

Wu fügte hinzu, dass die Anpassung an Chinas grüne Verpflichtungen nicht bedeute, die Kohleproduktion unabhängig von der Energienachfrage rigide zu kürzen. „Langfristig gesehen wird Chinas Kohleindustrie einen Rückgang der Produktionskapazitäten erleben, sobald saubere Energien eine immer wichtigere Rolle in Chinas Energiestruktur spielen“, erklärte Wu. „Aber derzeit spielt der fossile Brennstoff immer noch eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Energieversorgung des Landes.“