Ungefähr zeitgleich mit der „USS Connecticut“, die im Südchinesischen Meer einen nicht näher erklärten Unfall hatte, befand sich ein weiteres Schiff der US-Marine in der Region. Das Erkundungsschiff „USNS Mary Sears“ führte ab Ende September umfangreiche Erkundungen durch. Die zunehmenden Aktivitäten der USA würden mittlerweile eine Bedrohung auch für „normale zivile Aktivitäten in Friedenszeiten“ darstellen, kritisierte ein Experte.

Die Lenkwaffenzerstörer Hohhot (Rumpfnummer 161) und Wuhan (Rumpfnummer169) navigieren zusammen mit der Lenkwaffenfregatte Hengyang (Rumpfnummer568) in Formationwährend einer viertägigen maritimen Übung am 2. September 2020 durch ein nicht näher bezeichnetes Seegebiet. Alle Kriegsschiffe gehören zu einer Zerstörerflottille unter derSüdlichen Kommandoeinheit der VBA. (eng.chinamil.com.cn/Foto von Li Wei)

Ein ozeanografisches Erkundungsschiff der US-Marine führt seit Ende September umfangreiche Aktivitäten in einem großen Gebiet des Südchinesischen Meeres durch, die nach Angaben chinesischer Militärexperten darauf abzielen, geografische und hydrologische Unterwasserdaten zu sammeln, um die U-Boot-gestützte Kriegsführung gegen China in der Region zu verbessern.Die „USNS Mary Sears“ (T-AGS 65), ein ozeanografisches Erkundungsschiff der Pathfinder-Klasse, sei am 26. September in das Südchinesische Meer eingetreten und habeanschließend mit umfangreichen Erkundungen begonnen, wie die in Beijing ansässige Denkfabrik „South China Sea Strategic Situation Probing Initiative“ (SCSPI)am Sonntag mitteilte.Vom 1. bis 4. Oktober operierte das Schiff demnach in den Gewässern südlich der chinesischen Insel Hainan, vom 5. bis 9. Oktober näherte es sich der vietnamesischen Küste, und am Sonntag war es in den Gewässern nahe der Nansha-Inseln angekommen, wie die SCSPI mitteilte.

Das ozeanografische Vermessungsschiff der Pathfinder-Klasse, das schon in der Vergangenheit mehrfach im Südchinesischen Meer operiert hatte, ist nach Angaben des SCSPI auf die Erkundung und Vermessung von Unterwasserlandschaften, Meteorologie und Hydrologie spezialisiert und hat dieses Mal in kurzer Zeit ein sehr großes Gebiet abgedeckt - was eher selten sei.Während das Schiff scheinbar wissenschaftliche Forschung betreibt, bestehe seine eigentliche jedoch Aufgabe darin, die Fähigkeit der U-Boot-Kriegsführung und U-Boot-Abwehr zu unterstützen. Dies sei daran zu erkennen, dass es Unterwasserkarten erstellen kann, die einerseits bei der Navigation befreundeter U-Boote helfen, andererseits aber auch Detektionsgeräte platzieren kann, um feindliche U-Boote zu lokalisieren, so ein in Beijing ansässiges Militärmitglied am Montag.Die US-Marine wolle stets über aktuelle und genaue Karten des Südchinesischen Meeres verfügen, damit ihre U-Boote sicher navigieren können, ohne ihre aktiven Sonargeräte zu benutzen, und sich so besser tarnen können, oder damit sie gute Standorte für einen Hinterhalt finden können, erklärte der Experte.

Während die „USNS Mary Sears“ im Südchinesischen Meer operierte, stieß die „USS Connecticut“ - ein atomgetriebenes Angriffs-U-Boot der Seawolf-Klasse - am 2. Oktober auf ein Unterwasserobjekt in der Region, wie CNN am Freitagberichtet hatte.

Sowohl die jüngsten Aktivitäten der „USNS Mary Sears“ als auch der Unfall der „USS Connecticut“würden zeigen, dass die intensiven U-Boot-Aktivitäten der USA im Südchinesischen Meer vor der Haustür Chinas nicht nur eine Bedrohung für die chinesische Marine im Falle eines Konflikts darstellten, sondern auch für normale zivile Aktivitäten in Friedenszeiten, so der Experte.