Mit Hinblick auf die Olympischen Winterspiele, die im Februar in Beijing beginnen werden, starten mehr und mehr Provinzen in ganz China mit Auffrischungsimpfungskampagnen für besonders gefährdete Personengruppen. Die bisherigen Studienergebnisse, zum Beispiel von Sinovac, legen nahe, dass sich die Schutzwirkung dadurch deutlich erhöhen lässt.

Mit dem bevorstehenden Winterbeginn und den näher rückenden Olympischen Winterspielen 2022 in Beijing beschleunigt China derzeit auch die Durchführung von Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Personengruppen.

Zuletzt haben Städte in vier Provinzen - darunter Anhui, Fujian, Heilongjiang, Hubei und die Autonome Region Guangxi der Zhuang-Nationalität - am Wochenende mit entsprechenden Kampagnen begonnen. So startete der Bezirk Nanling in Wuhu (Anhui) am Freitag mit Auffrischungsimpfungen für Personen, die die Impfung vor sechs Monaten abgeschlossen hatten. Zuvor hatten bereits mehrere andere Bezirke der Stadt mit solchen Boostern begonnen.

Andere Städte in Anhui, darunter die Hauptstadt Hefei und Fuyang, sind ebenfalls am Samstag damit angefangen. Zudem begannen im ostchinesischen Fujian zwei Städte - Jinjiang und Xiamen - mit diesen Auffrischungsimpfungen. Die gesamte Provinz hatte nach einem Ausbruch, der am 10. September begonnen hatte, erst am Donnerstag wieder den Status eines Gebiets mit „geringem Risiko" erreicht. Der jüngste Virusausbruch hatte sich auf Putian, Quanzhou, Xiamen und Zhangzhou ausgebreitet, wo viele Infizierte ihre Impfungen bereits abgeschlossen hatten. Trotzdem infizierten sie sich mit der aggressiven Delta-Variante.

Bislang haben Dutzende von Städten in mindestens neun Provinzen und Regionen Booster-Impfungen für wichtige Gruppen durchgeführt oder werden dies in Kürze tun. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission hatte China bis Samstag insgesamt 2,22 Milliarden Impfstoffdosen gegen das neuartige Coronavirus verabreicht.

Ein in Beijing ansässiger Immunologe erklärte der Global Times am Sonntag unter der Bedingung der Anonymität, dass die intensiven Maßnahmen, die diese Städte in letzter Zeit im ganzen Land ergriffen haben, mit den bevorstehenden Olympischen Winterspielen 2022 in Beijing zusammenhängen würden. Obwohl es bei den Spielen auf jeden Fall sehr strenge Präventions- und Kontrollmaßnahmen geben werde, könnte eine Auffrischungsimpfung für die wichtigsten Gruppen eine sehr hilfreiche Ergänzung darstellen, so der Experte.

Tao Lina, eine in Shanghai ansässige Kennerin der Impfstoffindustrie, erklärte gegenüber der Global Times, wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Antikörper bei den Empfängern nach sechs Monaten negativ geworden seien und Auffrischungsimpfungen die Schlüsselgruppen daher besser schützen könnten. Die Schutzwirkung sei zum Beispiel nach der dritten Dosis des COVID-19-Impfstoffs von SinoVac auf 80 Prozent oder mehr erhöht worden. Bei Infektionen mit Symptomen sei die Schutzwirkung von 56 Prozent auf 80,2 Prozent und bei Personen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, sogar von 84 Prozent auf 88 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen am Samstag unter Berufung auf die jüngsten Forschungsergebnisse in Chile mit.

Zheng Zhongwei, Direktor des Entwicklungszentrums für medizinische Wissenschaft und Technologie der Nationalen Gesundheitskommission und Leiter der nationalen Arbeitsgruppe für die Impfstoffentwicklung, erklärte auf einer Pressekonferenz am 27. August, dass bislang drei Personengruppen sechs Monate nach Erhalt der zweiten Dosis eine dritte Auffrischungsimpfung erhalten können. Zu diesen Gruppen, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, gehören Mitarbeiter von Zoll- und Grenzkontrollstellen, Angestellte in der Luftfahrtindustrie sowie Mitarbeiter von Quarantänezentren und Angestellte in ausgewiesenen medizinischen Einrichtungen.