Diese Woche haben die Streitkräfte auf der Insel Taiwan im Rahmen der jährlichen Han-Kuang-Übung damit begonnen, die Verteidigung gegen Angriffe mit biologischen Waffen zu simulieren. Einige Beobachter sind der Ansicht, dass dies der Fall ist, weil die Insel der US-Laborlecktheorie Glauben schenkt und daher Angriffe mit biologischen Waffen vom Festland Chinas befürchtet. Dabei sind es die USA selbst, die bei diesem Thema eine düstere Bilanz haben.

Mehrere Festrumpfschlauchboote (rigid-hull inflatable boats, kurz: RHIB), die zu einer Brigade des Marinekorps der Volksbefreiungsarmee gehören, machen sich während eines maritimen amphibischen Angriffstrainings Mitte Juli 2021 auf den Weg zum Strand. (eng.chinamil.com.cn/Foto von Liu Yuxiang)

Die Streitkräfte der Insel Taiwan haben am Montag im Rahmen der sogenannten Han-Kuang-Übung, einer jährlichen Übung gegen potenzielle Angriffe der chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA), Gegenmaßnahmen für einen Biowaffenangriff geübt. In den Medien auf der Insel hieß es, dass die Insel auf einen möglichen Biowaffenangriff durch die VBA vorbereitet sein müsse, da die USA spekulieren, dass COVID-19 aus Labors auf dem chinesischen Festland stammt.

Dies sei eine reine Verleumdung des chinesischen Festlandes, das noch nie biologische Waffen gegen irgendjemanden eingesetzt habe, aber im Gegensatz dazu schon Opfer von biologischen Angriffen der Japaner und der USA geworden sei, kritisierten Experten vom chinesischen Festland. Dies sei ein Drehbuch, das selbst die US-Geheimdienste nicht zu erfinden wagen würden und ein absolut lächerlicher politischer Trick, mit dem die Taiwaner Behörden den USA schmeicheln wollten.

Gerade Länder wie die USA und Japan, die Kriegsverbrechen begangen haben, würden mit größerer Wahrscheinlichkeit Massenvernichtungswaffen einsetzen, wenn sie sich in einen möglichen Konflikt in der Taiwan-Straße einmischen sollten, warnten sie.

Die 37. Han-Kuang-Übung habe am Montag begonnen, als die Streitkräfte der Insel Taiwan in Tainan die Verteidigung gegen biologische Waffen und eine Epidemie übten, um die Gegenmaßnahmen der Truppen im Falle eines möglichen biologischen Krieges zu verbessern, berichtete die in Taipeh ansässige Nachrichten-Website udn.com. Der japanische Nachrichtendienst Nikkei Asia berichtete am Dienstag, Taiwan bereite sich mit der Übung auf eine Invasion der Truppen vom chinesischen Festland vor - einschließlich einer Reaktion auf biologische und chemische Kriegsführung.

Diese Behauptungen seien nur Verleumdungen, um das chinesische Festland und die Volksbefreiungsarmee zu diffamieren, betonten Experten vom Festland Chinas. China sei lediglich das Opfer von biologischen Waffen von japanischen und US-amerikanischen Streitkräften gewesen, während das chinesische Militär selbst niemals unmenschliche Waffen gegen andere eingesetzt habe, sagte Song Zhongping, ein Militärexperte vom chinesischen Festland.

Während Chinas Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression (1931-45) errichtete das japanische Militär in China Forschungszentren für biologische und chemische Kriegsführung, darunter die berüchtigte „Einheit 731“, die für Menschenversuche genutzt wurde. Während des Krieges zur Abwehr der US-Aggression und zur Unterstützung Koreas (1950-53) setzten die USA in Nordkorea und Nordostchina bakteriologische Kriegsführung ein, womit sie den chinesischen und nordkoreanischen Truppen sowie der Zivilbevölkerung erheblichen Schaden zufügten.

Es gebe gar keinen Grund für die VBA, biologische oder chemische Waffen auf der Insel Taiwan einzusetzen, selbst wenn der Tag für eine gewaltsame Wiedervereinigung kommen sollte. Die konventionellen Waffen der VBA würden ausreichen, um jeglichen Widerstand auf der Insel in kürzester Zeit zu neutralisieren, erklärte ein in Beijing ansässiger Experte für die Taiwanfrage, der um Anonymität bat. Ein weiterer wichtiger Grund sei, dass Taiwan zu China gehöre und die Menschen auf der Insel ebenfalls Chinesen seien, so der Experte.

Zu einer Zeit, in der die USA behaupten, dass COVID-19 aus einem Labor in Wuhan stammt, sei die Übung zur biologischen Verteidigung im Rahmen der Han Kuang-Übung „offensichtlich ein Hinweis auf etwas", so udn.com. Eine ähnliche Übung zur biologischen Kriegsführung und Seuchenbekämpfung wurde laut früheren Medienberichten bereits im vergangenen Jahr wegen der COVID-19-Pandemie abgehalten.

Einige Leute auf der Insel Taiwan streben nach „Unabhängigkeit" und würden daher jede Gelegenheit nutzen, um mit westlichen Ländern unter Führung der USA zusammenzuarbeiten. In diesem Fall würden sie die so genannte COVID-19-Laborlecktheorie hochspielen, um die Entwicklung des chinesischen Festlandes einzudämmen, so Song.

Wenn die Insel Taiwan sich wirklich gegen einen Angriff mit biologischen Waffen verteidigen will, sollte sie sich stattdessen lieber um Länder wie die USA und Japan kümmern, die eine finstere Geschichte beim Einsatz solcher Waffen haben, sagten Beobachter und erinnerten an die unmenschlichen Taten des US-Militärs in Ländern wie Afghanistan und Irak.