Ein Mitarbeiter in der Werkstatt eines Unternehmens in Changsha in der zentralchinesischen Provinz Hunan. 3. August 2021

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat sich das strategische Ziel gesetzt, China von 2021 bis 2025 zu einem Machtzentrum des verarbeitenden Gewerbes zu entwickeln und dabei auf mehr Innovation und Vitalität zu setzen.

China verfügt inzwischen über das weltweit umfassendste Industriesystem mit immer mehr Qualitäts- und High-End-Produkten, die von chinesischen Herstellern produziert werden. Anders gesagt: der Übergang von "Made in China" zu "Designed in China" ist in vollem Gange.

China werde seinen Prozess der Modernisierung der Industrie und Informatisierung beschleunigen, sagte MIIT-Minister Xiao Yaqing am Montag auf einer Pressekonferenz. Xiao versprach, dass sich das Land durch fünfjährige Anstrengungen zu einem Machtzentrum sowohl für das verarbeitende Gewerbe als auch für die globale Vernetzung entwickeln werde.

Wettbewerbsfähigkeit

Das verarbeitende Gewerbe Chinas stehe seit 2010 elf Jahre in Folge an der Weltspitze, sagte Xiao und freute sich, dass die Position des Landes als Produktionszentrum weiter gestärkt wurde.

Die industrielle Wertschöpfung des chinesischen verarbeitenden Gewerbes stieg von knapp 17 Billionen Yuan (über 2,2 Bio. Euro) im Jahr 2012 auf 26,6 Billionen Yuan im Jahr 2020. Damit haben chinesische Hersteller einen Anteil von 30 Prozent an der weltweiten industriellen Wertschöpfung.

China verfügt außerdem über das umfassendste Industriesystem der Welt mit 41 großen Industriekategorien. Mehr als 40 Prozent des Outputs der in China hergestellten Produkte gehören zur Weltspitze der 500 wichtigsten Industriegüter.

Inzwischen sind immer mehr chinesische Schlüsselindustrien, darunter Elektroautos und Photovoltaikanlagen, weltweit führend, und hochwertige Markenprodukte, wie zum Beispiel im Bereich Telekommunikationsgeräte, erobern die globalen Märkte.

Modernisierung der Industrie

Was den gesamten Industriesektor betrifft, so sagte Xiao, dass der kohlenstoffarme Übergang in den nächsten fünf Jahren abgeschlossen werde. „Es ist eine mühsame Aufgabe für den Industriesektor, die Kohlenstoffziele zu erreichen, aber auch eine große Chance“, sagte der Minister auf der Pressekonferenz.

In den letzten Jahren hat sich der Marktanteil der chinesischen Solarzellenmodule im Rahmen der Emissionssenkungsinitiative des Landes auf über 70 Prozent des Weltmarktes erhöht. Bis Ende August wurden in China mehr als sieben Millionen Elektroautos verkauft, was etwa der Hälfte der weltweiten Verkäufe entspricht – auch in diesem Bereich führt China also die Weltrangliste an.

Xiao sagte, dass der Plan für die umweltfreundliche Entwicklung des Industriesektors während des 14. Fünfjahresplans (2021-2025) derzeit ausgearbeitet und bald veröffentlicht werde.

Digitale Wirtschaft

Mit Blick auf den Digitalisierungstrend in der globalen Wirtschaft sagte Xiao, dass die Digitalisierung der Fertigungsunternehmen der "obligatorische Kurs" für die Entwicklung des Sektors sei, und versprach, die digitale Transformation im gesamten Sektor gemeinsam mit dem Ausbau der 5G-Netze zu fördern.

Gegenwärtig sei die Entwicklungsdynamik der digitalen Wirtschaft robust, und es entstünden neue Geschäftsformen und -modelle. Dies werde das Wachstum der Fertigungsindustrie stark unterstützen, sagte Xiao.

Die Zahl der 5G-Endgeräteanschlüsse in China liege inzwischen bei über 400 Millionen und damit weltweit an erster Stelle. Die 5G-Basisstationen des Landes würden derzeit mehr als 70 Prozent der globalen Gesamtzahl ausmachen, erklärte Xiao. Chinas 5G-Entwicklung habe in den letzten Jahren eben große Fortschritte gemacht, so der Minister.