China wird einen grünen Aktienindex einrichten sowie einen Terminhandel für Kohlenstoffemissionsrechte entwickeln - beides werden die ersten Instrumente dieser Art sein. Dies geht aus einer neuen umfassenden Richtlinie hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurde und einen wichtigen Schritt zur Ausweitung von Chinas marktorientierten Verbriefungs- und Finanzierungsmechanismen darstellt, um den langfristigen Kohlenstoffhandel des Landes zu beschleunigen und das Ziel der Kohlenstoffneutralität zu erreichen.

Der nationale Kohlenstoffmarkt Chinas wird am 16. Juli offiziell gestartet. (Foto von Xinhua)

China wird zudem Finanzierungsinstrumente erforschen und entwickeln, die auf mehreren Umweltressourcenrechten basieren, darunter Schadstoffemissionsrechte, Wasserrechte und Kohlenstoffemissionsrechte, so die gemeinsam vom Generalbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und dem Generalbüro des Staatsrats, dem chinesischen Kabinett, herausgegebene Leitlinie. Die Richtlinie zielt darauf ab, die Reformen des Ausgleichsmechanismus für den Umweltschutz zu vertiefen.

Die Maßnahmen sind Versuche, Energieeinsparungen und Umweltschutzziele mit Hilfe von Verbriefungsinstrumenten zu fördern, wobei das Hauptziel die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen im Land sei, erklärte Yang Fuqiang, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Energie der Universität Beijing, gegenüber der Global Times am Sonntag.

Bis zu dieser Ankündigung hatte China noch keinen grünen Aktienindex eingeführt. Im August stellte der globale Börsenindexanbieter MSCI zwei Klimawandel-Indizes für China vor, die den Übergang des Landes zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft messen sollen.

Die offizielle Einrichtung des Aktienindex ermöglicht es den Anlegern, das Umwelt-, Sozial- und Governance-Management (ESG) der börsennotierten Unternehmen zu messen, was nach Ansicht von Branchenbeobachtern den Unternehmen als Mahnung dienen wird, Pläne für umweltfreundliche Investitionen zu erstellen und ihre Kohlenstoffemissionen einzuschränken. Dies wird sich auch auf die Refinanzierung von Unternehmen und die Emission von Wandelanleihen auswirken.

Der nationale Kohlenstoffmarkt Chinas, das größte Emissionshandelssystem (ETS) der Welt, wurde im Juli offiziell gestartet. Der Terminhandelsmarkt wäre eine Ergänzung zum nationalen Kohlenstoffmarkt und signalisiert die vollständige Verbriefung des Kohlenstoffhandels.

Gemäß der Richtlinie werden auch Projekte zur freiwilligen Reduzierung von Treibhausgasemissionen wie erneuerbare Energiequellen und Methanverwertung in den nationalen Handelsmarkt für Kohlenstoffemissionen einbezogen.

Chinas Kohlenstoffmarkt ist mit Emissionen von sechs Milliarden Tonnen der größte der Welt. Zum Vergleich: In der EU liegt dieser Wert bei drei Milliarden Tonnen. Chinas Versprechen, bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden, würde Investitionen in Höhe von insgesamt 136 Billionen Yuan nach sich ziehen, so Schätzungen der Industrie, die in der vergangenen Woche auf der Internationalen Messe für den Handel mit Dienstleistungen in China bekanntgegeben wurden.