Der chinesische Staatpräsident Xi Jinping hat am Freitag ein Telefongespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt.

Es handelte sich um das sechste bilaterale Telefonat und die zehnten Online-Konsultationen zwischen Xi und Merkel seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie. Innerhalb der 16 Jahre als Regierungschefin Deutschlands hat Merkel China zwölfmal besucht.

Xi Jinping sagte bei dem Telefongespräch: „Seit dem vergangenen Jahr haben beide Seiten häufigen, hocheffizienten Kontakt gepflegt sowie eine wichtige leitende Rolle für die chinesisch-deutschen Beziehungen und die chinesisch-europäischen Beziehungen gespielt. Dies verkörpert auch das starke gegenseitige Vertrauen zwischen China und Deutschland.“

Als wichtige Produktionsländer weltweit haben China und Deutschland, deren Branchenketten tief miteinander integriert sind, parallel zur gemeinsamen Bewältigung der COVID-19-Pandemie auch die globalen Branchen- und Lieferketten stabilisiert.

Eng verbunden mit der Zukunft der Menschheit ist neben der Pandemie auch der Klimawandel. In diesem Jahr haben die Spitzenpolitiker beider Staaten diesen bei Gesprächen häufig diskutiert.

Das starke gegenseitige Vertrauen zwischen China und Deutschland ist auf die strategische Anleitung der Spitzenpolitiker beider Seiten zurückzuführen. Bei diesem Telefongespräch hat Xi Jinping speziell erwähnt: „Bundeskanzlerin Merkel hat sich aktiv für die Förderung der pragmatischen Kooperation und des freundschaftlichen Kontakts von Deutschland und der EU zu China eingesetzt. Ich möchte dies würdigen.“

Bei den vergangenen zwei Telefonaten hat Xi Jinping ein Wort wiederholt erwähnt: Festigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die chinesisch-deutschen Beziehungen voll und ganz reibungslos entwickelt. Die Kooperation in verschiedenen Aspekten zeigt angesichts der COVID-19-Pandemie eine starke Festigkeit. Sie hat beiden Bevölkerungen ein Erfolgsgefühl gebracht. Angela Merkel teilte diese Ansicht und äußerte die Hoffnung, dass Deutschland mit China die Kooperation hinsichtlich der Impfstoffe ausbaue.

Chinas Warenexport zu Deutschland ist um 21,6 Prozent gestiegen. Der Warenimport der Volksrepublik aus Deutschland hat sich um 17,1 Prozent erhöht. Die pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland gilt als ein Vorbild der Kooperation zwischen Großmächten. Ihre Bedeutung wird immer weiter hervorgehoben.

Gegenseitiger Respekt, Suche nach Gemeinsamkeiten bei gleichzeitiger Wahrung der Unterschiede, Zusammenarbeit mit Gewinn für beide Seiten und gegenseitig ergänzende Vorteile. Die vier Wörter, 16 Schlüsselwörter sind ein Resümee der Vergangenheit und ein Wegweiser für die Zukunft.

Xi Jinping betonte bei dem Telefongespräch: „Deutschland sollte die EU auffordern, an der richtigen China-Politik festzuhalten, Unterschiede objektiv zu betrachten und vernünftig mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen. Nur dann können die chinesisch-europäischen Beziehungen kontinuierlich stabil vorangetrieben werden.“

Merkel sagte, sie wolle mit China engen Kontakt pflegen und durch gemeinsame Bemühungen ermöglichen, dass Deutschland und China sowie die EU und China durch Dialoge Unterschiede verringern und sorgfältig mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen werde.

Dank der pragmatischen Zusammenarbeit nimmt das chinesisch-deutsche Handelsvolumen einen Anteil von etwa 36 Prozent im China-EU-Handelswert ein. Dank der gegenseitig nutzbringenden Kooperation hat China 2020 die USA abgelöst und ist zum größten Handelspartner Europas geworden. Zuletzt sind in europäischen Ländern allerdings Disharmonien aufgetreten. Einige erklärten, dass eine „rote Linie“ bei der Zusammenarbeit mit China gezogen werden müsse. China müsse „Regeln“ einhalten.

Es ist leicht zu sehen, dass hinter diesen Misstönen die USA stecken. Im April bekräftigte Xi Jinping bei einem Telefongespräch mit Merkel erneut: „Die EU sollte ein unabhängiges Urteil ziehen und eine strategische Selbständigkeit verwirklichen.“

Eine unbestreitbare Tatsache ist, dass China und die EU keinen grundlegenden Interessenkonflikt haben. Die USA wollen ihre Taktik bezüglich der Beziehungen zu China auf die EU verlegen, was zum Scheitern verurteilt ist.

Im gerade veröffentlichten Buch „Studienprogramm über Xi Jinpings diplomatische Ideen“ werden die Großmachtbeziehungen mit einem Satz beschrieben: „Großmächte tragen besondere Verantwortung.“

In diesem Sinne sollten einige Länder ernsthaft über das Telefongespräch zwischen den Spitzenpolitikern Chinas und Deutschlands nachdenken.