In seinem neuesten Buch arbeitet der bekannte deutsche Journalist Michael Lüders heraus, wie die Manipulation der öffentlichen Meinung seit Jahrzehnten schon ein wichtiger Bestandteil der US-Politik sei. Auch in der aktuellen COVID-19-Krise versuche Washington China als Sündenbock darzustellen, um von seinem eigenen Scheitern abzulenken, so sagte Lüders in einem Interview mit China News Service.

(Foto von China News Service/Peng Dawei)

Der renommierte deutsche Journalist und Autor Michael Lüders hat kürzlich ein neues Buch mit dem Titel „Die scheinheilige Supermacht. Warum wir aus dem Schatten der USA heraustreten müssen“ veröffentlicht. Darin deckt er die verschiedenen Methoden auf, mit denen die USA versuchen, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um ihre globale Hegemonie zu behaupten. Lüders weist darauf hin, dass die USA sich selbst stets als „Garanten von Demokratie und Menschenrechten" darstellen und behaupten, ihr internationales Handeln basiere auf „Werten" – in Wahrheit sei das Handeln der USA jedoch von rücksichtsloser Realpolitik gesteuert.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Vereinigten Staaten weltweit unzählige Regierungen gestürzt, und letztlich hätten immer die Menschen vor Ort den Preis dafür bezahlen müssen, so Lüders. Zum Beispiel haben die USA 2003 einen Krieg im Irak begonnen, der auf Lügen und falschen angeblichen „Beweisen“ basierte. Auf Grundlage dieser Lügen haben sie ihre Verbündeten um sich versammelt und Hunderttausende Iraker getötet.

Laut Lüders hat Washington vom Irakkrieg bis zu den heutigen Streitigkeiten um den Ursprung des neuartigen Coronavirus konsequent die öffentliche Meinung manipuliert. Unter den zahlreichen Methoden, die für diesen Zweck angewendet werden, bestehe die zweifellos „effektivste" darin, die Welt in „gut" und „schlecht" einzuteilen.

„Im Allgemeinen kann man sagen: Sobald ein Land in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht mit den USA konkurriert, wird es in die Kategorie ‚schlechtes Land‘ eingeordnet. Vor allem bei dem derzeitigen Umgang der USA mit Russland und China ist dieser Ansatz offensichtlich."

Als Beispiel verwies Lüders auf das Vorgehen der US-Regierungen seit dem COVID-19-Ausbruch: Die Trump-Administration hatte dem neuartigen Coronavirus „den Krieg erklärt", aber in Wahrheit sei es nicht das Virus gewesen, auf das Trump es abzielte - zuallererst sei es ihm um China gegangen. Auf diese Weise sollte die Unfähigkeit der US-Regierung, mit der Epidemie umzugehen, vertuscht werden. Bis Ende 2020 sind in den USA bereits 350.000 Menschen an dem Virus gestorben und mehr als 20 Millionen wurden infiziert.

Der US-Ansatz bestehe im Prinzip darin, das „Virus als Waffe" zu nutzen: Damals übte Trump wiederholt Druck auf die nationalen Geheimdienste aus, „Beweise“ zu finden, die belegen sollten, dass „das Virus aus einem Labor in Wuhan stammt“. Tatsächlich wies selbst der US-amerikanische Nachrichtensender CNN darauf hin, dass der Grund für den Versuch, „China für die Pandemie verantwortlich" zu machen, darin bestehe, die Aufmerksamkeit der Menschen von den Fehlern abzulenken, die Trump in der Reaktion auf das Virus begangen hatte.

Auf der Rückseite von „Die scheinheilige Supermacht“ ist ein mittlerweile berühmt gewordenes Foto eines Trump-Anhängers zu sehen, der im Januar 2021 gewaltsam in das US-Kapitol einbrach. Angesprochen auf die Metapher dieses Bildes erklärte Lüders, dass es sich bei den USA um eine im Niedergang befindliche Supermacht handele, während China sich im Aufstieg befinde. Um dem eigenen Abwärtstrend entgegenzuwirken, übe Washington kontinuierlich politischen, militärischen und wirtschaftlichen Druck auf China, Russland und andere Länder aus.

„Die US-Regierung sucht Konfrontation statt Dialog. Angesichts dieses Ansatzes ist es die beste Strategie, sich zu keiner Zeit von ihren Provokationen stören zu lassen, sondern stets seinen eigenen Weg weiterzugehen."