Die Regierung der Sonderverwaltungszone Hongkong hat sich am Samstag deutlich von einer Lehrergewerkschaft distanziert, deren Handeln eher einer politischen Anti-Beijing-Gruppe entspricht. Aus der Hongkonger Zivilgesellschaft erhielt die Entscheidung des lokalen Bildungsministeriums große Zustimmung.

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Führende Vertreter der Zivilgesellschaft unterstützen die Entscheidung der Hongkonger Regierung, die Beziehungen zu einer lokalen Lehrergewerkschaft abzubrechen, die ihrer Meinung nach eher wie eine politische Gruppierung und nicht wie ein Vertreter von Berufslehrern handelt.

Zuvor hatte die Bildungsbehörde am Samstag angekündigt, dass sie alle Arbeitsbeziehungen mit der „Hong Kong Professional Teachers' Union“ einstellen werde, da sie die Gewerkschaft nicht länger als professionelle Bildungseinrichtung betrachte.

Die Abgeordnete Regina Ip Lau Suk-yee, Mitglied und ehemalige Vorsitzende des Ausschusses für Bildung des Hongkonger Legislativrats, erklärte, dass es sich bei der Gewerkschaft im Wesentlichen um eine Anti-Beijing-Gruppe handeln würde, die Hongkong destabilisieren wolle. Daran habe sich auch nie etwas geändert. Unter ihrem Einfluss würden viele Mitglieder der Gruppe falsche Botschaften unter den Schülern verbreiten und die jungen Leute dazuverleiteten, sich gegen die Nation und die lokale Regierung zu stellen, machte Ip deutlich. Sie forderte die Regierung Hongkongs deshalb auf, eine Untersuchung der Gewerkschaft einzuleiten und sogar ein Verbot in Betracht zu ziehen, falls sich herausstellen sollte, dass sie tatsächlich die nationale Sicherheit gefährdet hat.

In den vergangenen Jahren hat die Gruppe aktiv an Aktivitäten zweier radikaler politischer Organisationen teilgenommen: der Zivilen Menschenrechtsfront („Civil Human Rights Front“) und der Hongkonger Allianz zur Unterstützung der patriotischen demokratischen Bewegungen Chinas („Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China“). Nach Angaben des Bildungsministeriums hat die Gruppe zudem während der sozialen Unruhen im Jahr 2019 auch Lehrer zu zahlreichen Klassenboykotten aufgerufen und für Bücher geworben, die Gewalt verherrlichen.

Leung Chun-ying, stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV), ist der Ansicht, das bisherige Verhalten der Gruppe beweise, dass sie eine rein politische Organisation sei.Im Vergleich zu anderen Gruppen, die nach Leungs Ansicht ebenfalls zur Destabilisierung der Gesellschaft beigetragen haben, sei die Lehrergewerkschaft sogar noch radikaler und habe der Stadt größeren Schaden zugefügt. Er hoffe deshalb, dass auch die Mitglieder der Gewerkschaft ihre Verbindungen zu der Gruppe abbrechen und die politische Haltung der Gruppe anprangern werden.

Wong Kwan-yu, Präsident der „Hong Kong Federation of Education Workers“, sagte, die Gewerkschaft sei die größte Bildungseinrichtung in Hongkong. Dennoch habe sie dem Ansehen der Hongkonger Lehrer schwer geschadet und Zweifel an ihrer Professionalität geweckt. Außerdem habe sie einen sehr negativen Einfluss auf junge Menschen.