Die Gewalt gegen Asiaten oder asiatisch-stämmige Menschen nimmt vor allem in den USA immer weiter zu. Chinas Außenamtssprecher forderte die US-Regierung daher dazu auf, mehr für den Schutz von ethnischen Minderheiten zu tun.

Titelbild der letzten Ausgabe von The New Yorker „Delayed“, von R. Kikuo Johnson.

Inmitten eines jüngsten Anstiegs von Hassverbrechen gegen Asiaten in den USA sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, auf einer Pressekonferenz am Dienstag, China hoffe, dass die USA ihre Verpflichtung erfüllen werden, die Rechte ethnischer Minderheiten angemessen zu schützen.

Auf die Frage eines Reporters über die wachsende Diskriminierung und vermehrte Hassverbrechen gegen Asiaten in den USA beschrieb Zhao ein Titelbild einer US-Zeitung: „Ihre Frage erinnert mich an das Titelbild der letzten Ausgabe von The New Yorker. Auf dem Bild mit dem Titel Delayed [„Verspätet“] hält eine asiatische Mutter die Hand ihrer Tochter, während sie in einer U-Bahn-Station auf einen Zug warten. Ihre Augen blicken vorsichtig woanders hin, während sie sehnlich die Ankunft der U-Bahn erwartet, während ihre Tochter an ihrer Seite steht und die Hand ihrer Mutter festhält, wachsam für die Bewegungen auf der anderen Seite.“ Die Schlussfolgerung aus diesem Titelbild lieferte Zhao gleich mit: „Es war ein gewöhnlicher Bahnhof, aber die asiatische Mutter und Tochter scheinen um ihre eigene Sicherheit besorgt zu sein. Eine solche Szene ist sehr herzzerreißend.“

Eine Reihe von Angriffen gegen Asiaten in den USA hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und in den USA große Besorgnis ausgelöst. Die New York Times veröffentlichte kürzlich einen Artikel mit dem Titel „Swelling Anti-Asian Violence" („Anschwellende anti-asiatische Gewalt“), in dem sie feststellte, dass im vergangenen Jahr Asiaten geschubst, geschlagen, bespuckt und beschimpft und dass ihre Häuser und Geschäfte verwüstet worden seien. Seit März letzten Jahres gab es mehr als 110 solcher rassistisch motivierter Vorfälle in den USA - wobei viele Angriffe gegen Asiaten noch nicht einmal in der Statistik enthalten sind, da sie nicht gemeldet werden. Zuvor hatte bereits ein Bericht der California State University gezeigt, dass Hassverbrechen gegen Asiaten in den USA im Jahr 2020 um 149 Prozent angestiegen seien.

Zhao erinnerte daran, dass nach dem COVID-19-Ausbruch einige Politiker in der Trump-Administration offene oder angedeutete fremdenfeindliche Äußerungen gemacht, Namen, die auf bestimmte geografische Gebiete oder Menschen abzielten, verwendet sowie falsche Informationen und rassistische Rhetorik verbreitet hätten. Diese Praktiken hätten direkt zum Anstieg von rassistischer Diskriminierung und Hassverbrechen gegen Asiaten beigetragen, betonte Zhao.

„Rassismus ist in den USA allgegenwärtig, systemisch und hartnäckig", fügte Zhao hinzu und wies darauf hin, dass die USA in der Vergangenheit systematische ethnische Säuberungen und Massaker an amerikanischen Ureinwohnern begangen hätten. Überdies habe auch gewalttätige polizeiliche Strafverfolgung zum Tod von Afroamerikanern geführt, und die rassistische Diskriminierung von Minderheiten sei immer noch tief verwurzelt und am Arbeitsplatz weit verbreitet.

„Die USA sollten ihre Verpflichtung zum Schutz der Menschenrechte erfüllen, gegen Diskriminierung und Hassgewalt gegen ethnische Minderheiten - einschließlich asiatischer Amerikaner - vorgehen und ihre Rechte effektiv schützen, damit sie dem Alptraum der Diskriminierung entkommen und nicht länger in Angst leben müssen", forderte Zhao.