Als Teil der kontinuierlichen finanziellen und wirtschaftlichen Öffnung erwägt Chinas zuständige Behörde nun, die Beschränkungen für den Wertpapierhandel im Ausland zu lockern. Bislang stehen den Chinesen dafür nur wenige Kanäle zur Verfügung, zudem bestehen Obergrenzen hinsichtlich des jährlichen Volumens.

Touristen besuchen am 3. August den Bund in Shanghai - einer Stadt, die bei Chinas Öffnung eine Vorreiterrolle spielt. (cnsphoto)

China wird in diesem Jahr untersuchen, ob es in China ansässigen Personen erlaubt werden kann, Versicherungsabschlüsse und Wertpapierhandel im Ausland unter der derzeitigen jährlichen Quote von 50.000 US-Dollar für den Kauf von Devisen durch Privatpersonen zu betreiben.

Im Jahr 2021 werde China eine geordnete Lockerung der Beschränkungen für persönliche Kapitalkonten prüfen, einschließlich einer Überarbeitung der Verwaltungsregeln für die Beteiligung chinesischer Einwohner an Aktienplänen von im Ausland notierten Unternehmen. Das geht aus einem Artikel hervor, der auf dem WeChat-Konto der Staatlichen Devisenbehörde (SAFE) veröffentlicht wurde. Der Artikel wurde von Ye Haisheng, einem SAFE-Beamten, verfasst. Die Behörde wird zu gegebener Zeit auch die Quote für qualifizierte inländische institutionelle Investoren (QDII) anheben. Das QDII-System ist das wichtigste quotenbasierte System, durch das chinesische Institutionen vom Festland im Ausland investieren können. Analysten sind der Ansicht, dass diese Maßnahmen einen wichtigen Schritt für Chinas zweiseitige Marktöffnung und die Internationalisierung seiner Währung (Yuan) darstellen könnten.

Für Dong Dengxin, Direktor des Financial Securities Institute an der Wuhan University of Science and Technology signalisiert dieser Schritt, dass die Devisenkäufe chinesischer Privatpersonen in naher Zukunft auch auf ihren Kapitalkonten verwendet werden könnten - zusätzlich zum Girokonto, auf dem Devisen nur für Zwecke wie Auslandsstudien oder Tourismus verwendet werden können.

„Wenn der Plan in Kraft tritt, wird er die Kanäle erweitern, über die Chinesen im Ausland investieren. Derzeit sind die Hauptkanäle in den ausländischen Märkten die QDII- und Stock Connect-Programme [mit denen Börsen des chinesischen Festlands mit der Hongkong-Börse verbunden sind]", erklärte Dong.

Er fügte hinzu, dass der Plan auch den Weg für eine weitere Lockerung der individuellen Devisenkäufe und der bisher geltenden jährlichen Grenze von 50.000 US-Dollar ebnen könnte. Die Devisenbehörde hatte die Obergrenze für Devisenkäufe von 50.000 US-Dollar 2007 eingeführt.

„Der chinesische Yuan wird sich einer globalen frei konvertierbaren Währung wie dem Dollar und dem Euro annähern", so Dong.

In dem Artikel schrieb Ye überdies, dass die SAFE an ihrem „Endergebnis"-Denken festhalten und sich entsprechend vor systemischen Finanzrisiken schützen werde, um die wirtschaftliche und finanzielle Sicherheit des Landes zu schützen. Dong warnte, dass die chinesischen Regulierungsbehörden während des Prozesses der wechselseitigen Kapitalöffnung auch ein Auge auf illegale Kapitaltransfers wie Geldwäsche haben sollten. Er schlug deshalb vor, dass die chinesischen Behörden bei der grenzüberschreitenden Kapitalaufsicht stärker mit anderen Ländern zusammenarbeiten könnten, um sich vor solchen Risiken zu schützen.