Chinas Geldwächter werden eine konsistente Politik wahren und auch 2021 eine Stabilität der Währung garantieren, um durchflankierende Maßnahmen ein robustes Wachstum der Wirtschaft zu fördern. So die einhellige Auffassung von Experten, nachdem der Gouverneur der chinesischen Zentralbank Yi Gang am Freitag der Nachrichtenagentur Xinhua ein Interview zur aktuellen Geldpolitik gegeben hat, in deren Mittelpunkt Stabilität stehen soll.

Beobachter erwarten demnach weder ein scharfes Anziehen der geldpolitischen Instrumente, noch die kurzfristige Anwendung unkonventioneller Maßnahmen. Stattdessen geht man davon aus, dass die Entscheider für eine ausreichende Liquidität sorgen werden, um finanzielle Risiken zu vermeiden.

Yi sagte, dass die Zentralbank verschiedene Maßnahmen ergreifen würde, um die Liquidität auf einem vernünftigen und angemessenen Niveau zu halten, wobei sich er gestellt sein sollte, dass das Anwachsen der Geldmenge und die Gesamtfinanzierung dem Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts entspräche.

Unterstützt durch dämpfende Maßnahmen und entschlossenem politischen Handeln zur Linderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im letzten Jahr, sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum der chinesischen Wirtschaft um 7,9 Prozent im Jahre 2021 voraus. Im abgelaufenen Jahr hätte das Wachstum lediglich 1,9 Prozentpunkte betragen.

Nach Auffassung des IWF sollte die "mäßig unterstützende" Fiskal- und Geldpolitik solange fortgesetzt werden, bis die wirtschaftliche Erholung auf sicheren Beinen stünde.

Yi sagte, dass die Zentralbank bislang weder zum Mittel des Negativzinses noch zur quantitativen Lockerung gegriffen habe, China also eine der wenigen großen Volkswirtschaften sei, die nach wie vor normale geldpolitische Maßnahmen zur Anwendung brächten.

Angesichts des raschen Anwachsens der Kredite zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie ist der Verschuldungsgrad vor allem in der ersten Jahreshälfte 2020 rasch angestiegen. Die Entscheider versprechen eine Stabilisierung der Staatsschuldenquote, die durch Ausgaben der öffentlichen Hand reguliert werden soll.

"Seit dem dritten Quartal 2020 ist das Wachstum des Verschuldungsgrads zurückgegangen," sagte Yi, und fügte hinzu, dass man im laufenden Jahr von einer Rückkehr auf ein stabiles Niveau ausginge.

Yan Se, Wirtschaftsprofessor am Guanghua-Institut für Management der Peking-Universität, sagte, dass die Geldpolitik weiterhin unterstützend wirken solle und angesichts des aktuellen Anstiegs von COVID-19-Fallzahlen nicht zu straff ausfallen dürfe.

In Anbetracht der ungleichmäßigen wirtschaftlichen Erholung solle die Geldpolitik in ihrer langfristigen Unterstützung für Klein- und Mikrobetriebe sowie für arbeitsintensive Branchen effektiver gestaltet werden. Finanzielle Erleichterungen würden zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen, die Zentralbank solle weiterhin von ihren Rediskontmöglichkiten Gebrauch machen, sagte Yan.