Huachen Automotive Group aus Nordchina ist der Mutterkonzern von Brilliance China, mit dem BMW wiederum das Joint Venture „BMW Brilliance“ betreibt. Der Konzern hat nun offiziell Konkurs angemeldet. Dies habe jedoch weder Auswirkungen auf das Geschäft des Joint Ventures, noch auf BMWs Pläne, 2022 eine Mehrheitsbeteiligung zu erlangen, wie der deutsche Auto-Gigant prompt versicherte.

Archivbild von CFP

Der chinesische Autohersteller Huachen Automotive Group ist aufgrund seiner Überschuldung offiziell in das Konkurs- und Restrukturierungsverfahren eingetreten, nachdem das lokale zuständige Gericht laut Xinhua am 20. November den entsprechenden Antrag der Unternehmensgläubiger genehmigt hatte.

Huachen teilte in einer Erklärung vom 16. November mit, dass seine Gesamtverschuldung derzeit 6,5 Milliarden Yuan (992,7 Millionen US-Dollar) übersteige. Außerdem stehe das Unternehmen vor Cashflow-Problemen [d.h. dass die Auszahlungen größer als die Einzahlungen sind] und Zahlungsschwierigkeiten.

Zu dem staatlichen Unternehmen mit Sitz in der nordostchinesischen Provinz Liaoning gehören vier börsennotierte Unternehmen, darunter auch „Brilliance China“, das ein 50:50-Joint-Venture mit BMW betreibt. Der deutsche Autohersteller hat jedoch bereits versichert, dass der Konkurs keine direkten Auswirkungen auf den Betrieb dieses Joint Ventures haben werde.

„Die BMW Group und das operative Geschäft des Joint Ventures BMW Brilliance Automotive Ltd sind von den gemeldeten Zahlungsschwierigkeiten der Huachen Automotive Group Holdings Company Ltd nicht direkt betroffen", schrieb ein Vertreter von BMW in einer E-Mail an China Daily am Mittwoch.

BMW hatte zuvor angekündigt, im Jahr 2022 3,6 Milliarden Euro (4,2 Milliarden US-Dollar) zu zahlen, um seinen Anteil an dem Joint Venture von derzeit 50 Prozent auf 75 Prozent zu erhöhen und damit die Kontrolle über das Joint Venture zu erlangen. Auch dieser Plan sei nicht von Huachens bekannt gewordenen Schwierigkeiten betroffen, betonte BMW.

„Für die BMW Group gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Gültigkeit dieser Verträge durch die gegenwärtige Situation eingeschränkt werde", so der Vertreter.

Sollte das Geschäft wie geplant vollzogen werden, wäre BMW danach der erste internationale Automobilhersteller, der eine Mehrheitsbeteiligung an seinem Joint Venture in China hält.

China ist der weltweit größte Markt für BMW. Das Unternehmen hat hier in den ersten drei Quartalen des Jahres rund 570.000 Fahrzeuge verkauft - 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil dieser Fahrzeuge wird lokal bei BMW Brilliance produziert.

Darüber hinaus hat BMW China auch zu einem wichtigen Stützpunkt für den Export gemacht, denn die in China gefertigten iX3 Elektro-SUVs werden weltweit verkauft.