Mehr als drei heimische und ausländische Energieriesen haben angekündigt, dass sie weiterhin auf Wasserstoff setzen, um Chinas Kohlenstoffneutralität zu gewährleisten.

Sinopec beschleunigt die Modernisierung von Tankstationen, die mit raffinierten Erdölprodukten, Wasserstoff und LNG integriert werden, sagte der Vorsitzende des Unternehmens, Zhang Yuzhuo, auf einer Konferenz der Branche am Donnerstag. Er fügte hinzu, dass Sinopec Wasserstoff in großen Mengen verwende. Sinopec wird kurzfristig Wasserstoff aus seinen Raffinerien herstellen, langfristig soll der saubere Energieträger aus erneuerbaren Quellen stammen, so Zhang.

Die Umstellung der 30.000 Tankstellen reiche dazu nicht aus. Sinopec habe auch substanzielle Schritte unternommen, um Geothermie, Offshore-, Wind- und Solarenergie zu nutzen, so Zhang.

China strebe an, bis zum Jahr 2060 kohlenstoffneutral zu sein, was technologisch und wirtschaftlich möglich sei, merkte Zhang an.Sinopec steht damit nicht allein. Die China Huaneng Group kündigte am Dienstag die Errichtung eines grünen Wasserstoffindustrieparks in der südwestchinesischen Provinz Sichuan an, in der es reichhaltige Wasservorkommen gibt. Dabei geht es um ein Demonstrationsprojekt zur Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser. Die dafür verwendete Energie stammt aus erneuerbaren Quellen.

Das Projekt wird in zwei Phasen durchgeführt. Nach Fertigstellung wird es laut Medienberichten 4.286 Tonnen Wasserstoff und 34.286 Tonnen Sauerstoff pro Jahr produzieren. Darüber hinaus plant Chengdu, die Hauptstadt von Sichuan, bis 2023 einen umfassenden Wasserstoffindustriepark zu errichten. Dieser umfasst die Produktion von Wasserstoff und die Herstellung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen und Straßenbahnen. Nach einer Richtlinie aus dem vergangenen Jahr soll der Park zu einer nationalen Produktionsstätte für hochwertige Ausrüstung in der Wasserstoffindustrie ausgebaut werden.

Auch der internationale Ölgigant Royal Dutch Shell möchte seinen Teil zur Förderung von Chinas sauberer Energieproduktion beitragen. Am 13. November unterzeichnete der Konzern mit den lokalen Regierungenein Kooperationsabkommen über den Bau einer integrierten Wasserstoffenergie-Demonstrationsbasis in Zhangjiakou, der Co-Gastgeberstadt der Olympischen Winterspiele 2022 in der nordchinesischen Provinz Hebei.

Das Projekt ist das erste kommerzielle Projekt von Shell im chinesischen Wasserstoffsektor. Es umfasst unter anderem Produktion, Lagerung, Transport und Betankung, eine umweltfreundliche Wasserstoffanlage und drei Wasserstofftankstellen mit einer Gesamtinvestition von etwa 580 Millionen Yuan (88,2 Millionen US-Dollar). Das Projekt wird jährlich rund 3000 Tonnen grünen Wasserstoff durch Elektrolyse produzieren. Zhangjiakou verfügt über reichhaltige Quellen für erneuerbare Energien. Damit können 400 Busse auf Wasserstoffbasis versorgt werden. Die drei Projekte demonstrieren Chinas Bemühungen, den Übergang zu sauberer Energie proaktiv zu fördern. Der Einsatz von Wasserstoff sei ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Kohlenstoffneutralität, sagten Experten.