Bei Regierungsvertretern und Experten herrscht Einigkeit darüber, dass die Strategie der BRICS-Staaten für ihre Wirtschaftspartnerschaft bis 2025 – eine Schlüsselrichtlinie zum Ausbau der Wirtschaftskooperation – in den kommenden Jahren effektiv zur Beschleunigung der Erholung der Weltwirtschaft beitragen werde.

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Die Strategie, die auf dem 12. BRICS-Gipfel abgesegnet worden sei, gebe die Marschrichtung der BRICS-Staaten für die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Investitionen, Finanzen, Digitalwirtschaft und nachhaltige Entwicklung für die kommenden fünf Jahre vor, sagt Chen Chao, stellvertretender Generaldirektor der Abteilung für Internationale Handels- und Wirtschaftsfragen im Handelsministerium.

Die Strategie lege die mittelfristigen Prioritäten für die Entwicklung der Zusammenarbeit der BRICS-Länder in den Bereichen Handel, Investition, Förderung von Mikro- und Kleinbetrieben sowie der mittelständischen Unternehmen fest. Vor allem gehe es auch um eine Förderung der Digitalwirtschaft und des nachhaltigen Wachstums.

BRICS ist das Kürzel für die fünf Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die zusammen 42 Prozent der Weltbevölkerung stellen, zu 23 Prozent um Bruttoinlandsprodukt der Welt beisteuern, 30 Prozent der Erdoberfläche verwalten und einen Anteil von 18 Prozent am Welthandel haben. Dies geht aus Daten des in Südafrika beheimateten BRICS Business Council.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat bei seinem Auftritt via Videolink beim BRICS-Gipfeltreffen vom Dienstag die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, den Multilateralismus hochzuhalten und solidarisch bei der Überwindung globaler Herausforderungen zusammenzuarbeiten, wobei er besonders auf die COVID-19-Pandemie und die von der Seuche hart getroffene Weltwirtschaft verwies.

Der Gipfel fand zu einem kritischen Zeitpunkt statt, da COVID-19 die Mitgliedsstaaten und den Rest vor große Herausforderungen stellte.

Chen Chao vom Handelsministerium sagt, dass China seit jeher ein entschlossener Anwalt und aktiver Förderer einer engen Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen den Volkswirtschaften der BRICS-Länder sei. China werde mit allen Seiten für eine Stärkung der Anstrengungen aller BRICS-Staaten im Kampf gegen die Pandemie und für eine pragmatische Wirtschafts- und Handelkooperation eintreten, die Sicherheit und das einwandfreie Funktionieren der globalen Liefer- und Fertigungsketten aufrechterhalten und das multilaterale Handelssystem unterstützen.

Durch ihre Zusammenarbeit würden die BRICS-Staaten die gegenwärtige Krise in den Griff bekommen und Wirtschaftswachstum sicherstellen können.

Experten sagen, dass die fünf Länder in ein neues Stadium umfassender Kooperation eingetreten seien, in dem nicht allein der Handel eine Rolle spielte, sondern ein breiteres Themenspektrum in den Blick genommen würde, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und eine Erholung der Wirtschaft zu erreichen.

Verbindungen stärken

Angesichts der wichtigen Rolle der BRICS-Staaten für Welthandel und Weltwirtschaft werde eine derartige Strategie dem Multilateralismus neue Kräfte zu führen und das deutliche Signal aussenden, dass die Schwellenländer ihre Verbindungen unter einander stärken und den bestehenden Herausforderungen durch Unilateralismus und Protektionismus die Stirn bieten wollten, sagt Zhang Jianping, Generaldirektor des Beijinger China Center for Regional Economic Cooperation.

Im Zeitalter der Digitalisierung werde es zu mehr Kooperation kommen und neue Infrastrukturen und Entwicklungen im Bereich der High-Tech das Licht der Welt erblicken, da die BRICS-Mitgliedstaaten hofften, rascher die Folgen der Corona-Pandemie hinter sich lassen zu können.

So arbeiteten beispielsweise China und Russland bereits auf den Gebieten Neue Materialien, 5G, Großraumflugzeuge, Robotertechnologien, Anwendungs- und Navigationssysteme zusammen. Ihre Geschäftsverbindungen werden weiter ausgebaut.

"Vor dem Hintergrund der Pandemie sind wir erfreut zu sehen, dass sich die BRICS-Staaten in den Bereichen Investition, politische Transparenz und Effizienz engagieren. Die neue Strategie wird die Staaten unter einander für Investitionen attraktiver machen," meint Thun Lee, China-Chef der TMF Group, einem niederländischen Dienstleister für internationalen Geschäftsausbau.