Am Samstag begeht China den Siebten Nationalen Tag der Armutsbekämpfung. Ausländische Diplomaten loben Chinas beeindruckende Erfolge in den letzten vier Jahrzehnten und drücken ihren Wunsch aus, von Chinas Erfahrungen zu lernen.

Der moldauische Botschafter in China, Dumitru Braghis, beobachtet die Entwicklung Chinas bereits, seit er das Land in den 1990er Jahren zum ersten Mal besuchte. Unter all den Wirtschaftswundern, die das Land geschaffen hat, würden ihn Chinas gewaltige Anstrengungen bei der Armutsbeseitigung am meisten beeindrucken.

Braghis besuchte am Mittwoch Ningde, eine Stadt in der südchinesischen Provinz Fujian, die für ihre bahnbrechenden Maßnahmen bei der Armutsbekämpfung bekannt geworden ist.

Er war nur einer von insgesamt rund 30 diplomatischen Gesandten auf einer von der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) organisierten Reise in die Provinz. Braghis nannte es ermutigend, dass China weiter plane, die Armut bis zum Jahresende zu beseitigen. Das chinesische Volk und die gesamte Menschheit sollten stolz auf diese Errungenschaften sein.

China begeht an diesem Samstag seinen Siebten Nationalen Tag der Armutsbekämpfung - dem gleichen Tag wie der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut der Vereinten Nationen. In den letzten vier Jahrzehnten sind mehr als 700 Millionen Menschen in China der Armut entkommen, was 70 Prozent der weltweiten Armutsbekämpfung in dieser Zeit entspricht. In den vergangenen sieben Jahren konnte jährlich mehr als 10 Millionen Menschen aus der Armut geholfen werden. Somit sank die in Armut lebende Bevölkerung in China von 98,99 Millionen Ende 2012 auf 5,51 Millionen Ende 2019.

Die Erfolge Chinas bei der Armutsbeseitigung, die sich über die Zeit hinweg bewähren werden, spiegeln sich laut Braghis direkt im Leben der Menschen und in ihrem Gefühl der Erfüllung wider.

China setzt sich trotz der COVID-19-Pandemie weiterhin zum Ziel, bis Ende dieses Jahres alle armen Menschen in ländlichen Gebieten aus der Armut zu befreien. Präsident Xi Jinping hat versichert, dass China sowohl das Selbstvertrauen als auch die Fähigkeit besitze, den vollständigen Sieg im entscheidenden Kampf gegen die Armut zu erringen und damit das Ziel der Armutsbeseitigung gemäß der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030 (2030 Agenda for Sustainable Development) bereits zehn Jahre früher als geplant zu erreichen.

Xi, der auch Generalsekretär des Zentralkomitees der KPCh ist, stellte die Armutsbekämpfung an die Spitze der Liste der Hauptaufgaben, die die Partei zu erledigen verspricht, um bis zum hundertsten Jahrestag ihrer Gründung im Jahr 2021 eine Gesellschaft mit moderatem Wohlstand aufzubauen. Sollte das ländliche China, vor allem die verarmten Gebiete, dabei vernachlässigt werden, kann nach Ansicht von Xi keine moderat wohlhabende Gesellschaft entstehen.

Die Idee einer gezielteren Armutsbekämpfung hatte Xi während einer Inspektionsreise in der Provinz Hunan im November 2013 vorgeschlagen. Damals erklärte er, dass die bisherige „einheitliche" Armutsbekämpfungspolitik ohne Berücksichtigung lokaler Besonderheiten nicht mehr funktioniere, vor allem bei den ärmsten Familien. Unter der Führung von Xi wurden in der Folge Parteimitglieder dazu ermutigt, in wirtschaftlich benachteiligte Dörfer zu gehen und dort als Parteisekretäre zu fungieren, um den Dorfbewohnern zu helfen, ihrer Armut zu entkommen.

Auch Sudans Botschafter in China, Gafar Karar Ahmed, betonte, Chinas Erfolge bei der Armutsbekämpfung seien beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Die starke Führung der Partei, die harte Arbeit des chinesischen Volkes und der gezielte Ansatz zur Armutsbekämpfung hätten dies gemeinsam möglich gemacht. Der sudanesische Diplomat sagte, die afrikanischen Länder seien sehr daran interessiert, von Chinas Erfahrungen bei der Armutsbekämpfung, dem Wirtschaftswachstum und der Staatsführung zu lernen. Er schlug China deshalb vor, ein Regierungsgremium einzurichten, dessen Hauptaufgabe darin bestehen soll, sein Fachwissen im Bereich der Armutsbekämpfung an arme Länder weiterzugeben. Dies könnte auch die Entsendung von Experten und die Bereitstellung anderer Unterstützung umfassen.