Ein Charterflugzeug, dass Angehörige der "Küstenwache und Verteidigungseinrichtungen" aus Taiwan nach Dongsha befördern sollte, wurde von Hongkonger Fluglotsen abgewiesen und zur Rückkehr nach Taiwan gezwungen. Nach Auffassung von Beobachtern sei dies eine Folge des Ein-China-Prinzips und der Spannungen in der Taiwanstraße.

Das Flugzeug, das von der Taiwaner Fluggesellschaft UNI Airways betrieben wird, befand sich nach Darstellung der Medien von Taiwan, die sich auf Äußerungen von Zivilflug aus Taiwan beauftragten berufen, auf dem Weg zu den Dongsha-Inseln, als es von der Hongkonger Luftraumkontrolle (FIR) zur Rückkehr angewiesen wurde. Dies sei zum ersten Mal der Fall gewesen.

Der Flug war vom FIR daraufhin gewiesen worden, dass sich "26.000 Fuß unterhalb des Überfluggebietes gefährliche Aktivitäten abspielten". Zu diesem Zeitpunkt habe sich das Flugzeug der Grenze zwischen den LuftraumkontrollzonenTaiwans und Hongkongs genähert, berichtet die United Daily News von Taiwan und zitiert dabei die Verkehrsbehörde Taiwans.

Unter Hinweis auf die Regeln der Zivilluftfahrt schreibt United Daily News, dass ein Flug, der auf dem internationalen G86 Luftkorridorden Kontrollpunkt KAPLI erreicht, eine Meldung an das Hongkonger FIR absetzen muss und dessen Anweisungen zu befolgen habe.

In einigen Taiwaner Medien heißt es, dass es sich bei den “gefährlichen Aktivitäten” um Manöver der Volksbefreiungsarmee gehandelt haben könnten, die in benachbarten Gewässern abgehalten wurden.

Taiwan sei ein Teil Chinas und sollte den Anweisungen chinesischer Behörden folgen. Taiwans Flugzeuge sollten ihre Flugrouten vor dem Start anmelden, meinte der chinesische Militärexperte und TV-Kommentator Song Zhongping am Donnerstag gegenüber der Global Times. "Dieses Flugzeug von Taiwan hat seine Flugroute nicht angegeben, deshalb wurde es zur Rückkehr gezwungen. Dies ist Ausdruck des Ein-China-Prinzips." Das Prinzip könne in mannigfacher Weise umgesetzt werden, zum Beispiel bei der "Mittellinie" der Taiwanstraße und der Luftraumkontrolle.

"Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone Chinas. Die Beziehungen zwischen Hongkong und Taiwan stehen unter der Kontrolle der chinesischen Zentralregierung. Hongkong hat das Recht, Taiwans Flug abzuweisen," sagte Zhang Wensheng, stellvertretender Vorstand des Taiwan Research Institute an der Universität Xiamen am Donnerstag gegenüber der Global Times.

Zhang setzte hinzu, dass in ruhigeren Zeiten eine stillschweigende Übereinkunft bei der Behandlung militärischer Flugbewegungen des Festlandes und Taiwans bestanden habe. Wenn Taiwaner nach Dongsha oder Kinmen fliegen wollten, sei es nahezu unmöglich, den Luftraum des Festlandes nicht zu berühren.

In Übereinstimmung mit der Internationalen Zivilflugorganisation unterteilten die meisten Länder und Regionen ihren Luftraum einschließlich des Luftraums über ihren Seegebieten in verschiedene Luftraumkontrollzonen.

Die United Daily News schreibt, dass der Charterflug regelmäßig Angehörige der Küstenwache und der Armee zu den Dongsha-Inseln bringe.