Staatskommissar und Außenminister Wang Yi hat in deutlichen Worten vor der von den USA angeführten Indo-Pazifik-Strategie gewarnt, da sie die Architektur der regionalen südostasiatischen Zusammenarbeit beeinträchtige und "einen gefährlichen Schritt" markiere, wenn sie fortgesetzt würde.

Archivfoto von Staatskommissar und Außenminister Wang Yi

Wang machte diese Äußerung am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur auf entsprechende Reporterfragen.

Die Strategie fuße auf Absprachen zwischen den USA, Japan, Indien und Australien und stelle den Versuch dar, eine Art NATO des indo-pazifischen Raumes zu bilden, so Wang.

Nach einem Treffen der Außenminister der Staaten dieser Vierergruppe in der vergangenen Woche erklärte US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag, dass Washington damit begonnen habe, "ein Netz von Beziehungen in ganz Asien" aufzubauen, um Beijing herauszufordern, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

"Die von den USA angeführte Indo-Pazifik-Strategie ist selbst ein großes, verborgenes Sicherheitsrisiko, und wenn sie fortgesetzt werden sollte, wäre dies nicht nur ein historischer Rückschritt, sondern auch ein gefährlicher Anfang. Ich denke, dass alle beteiligten Seiten sich dessen bewusst sind und sich vorsehen sollten," sagte Wang.

Die Strategie beeinträchtige den Geist des gemeinsamen Nutzens und der Win-win-Zusammenarbeit in Ostasien, beeinflusse die Struktur der regionalen Kooperation, in deren Mittelpunkt der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) stehe, und schwäche die Aussicht auf Frieden und Entwicklung in der Region.

Diese Strategie sei auf der überholten Mentalität des Kalten Krieges gegründet, suche nach Konfrontation zwischen Machtblöcken, leiste geopolitischen Machtspielen Vorschub und diene dazu, amerikanische Dominanz und Hegemonialansprüche zu untermauern, sagte Wang. Angesichts der Pandemie sei es erforderlich, den hart errungenen Frieden und die Stabiltät in Ostasien zu bewahren und eine nachhaltige Entwicklung und Wohlstand zu fördern.

Hinsichtlich der Taiwanfrage sagte Beijing, dass im Lichte der aktuellen Entwicklung der Lage legitime und notwendige Schritte unternommen würden, nachdem Washington im Begriff sei, drei entwickelte Waffensysteme, darunter mobile Rakentenwerfer, nach Taiwan zu liefern. Das Weiße Haus habe dem Kongress einen ensprechenden Antrag zur Zustimmung vorgelegt, berichtete Reuters am Montag.

Die Waffenverkäufe seien "ein ernsthafter Eingriff in die inneren Verhältnisse Chinas und verletzen eindeutig Chinas Souveränität und die Sicherheitsinteressen des Landes", sagte der Sprecher des Außenministeriums Zhao Lijian am Dienstag gegenüber Journalisten in Beijing. China spreche sich unmissverständlich dagegen aus. Beijing rufe Washington dazu auf, jegliche Pläne für Waffenverkäufe nach Taiwan zu streichen und die militärischen Beziehungen zur Insel abzubrechen.