Im August hatte US-Präsident Donald Trump noch gesagt, dass die Hongkonger Börse bald unbedeutend werde, nachdem er der Sonderverwaltungszone ihren Freihandelsstatus mit den USA entzogen hatte. Die jüngsten Börsengänge chinesischer Unternehmen in Hongkong beweisen nun aber das Gegenteil.

Eine Zeremonie von Alibabas Debüt an der HongKonger Börse HKEX am 26. November 2019.

Immer mehr Unternehmen vom chinesischen Festland beeilen sich derzeit, um in Hongkong an die Börse zu gehen. Auch TikToks Konkurrent „Kuaishou“ schließt sich diesem Trend nun angeblich an, obwohl US-Präsident Donald Trump behauptet, dass „Hongkong kein erfolgreicher Börsenplatz mehr sein wird.“

Kuaishou strebt Medienberichten vom Mittwoch einen Börsengang in Hongkong an, um 50 Milliarden US-Dollar aufzubringen. Die Kurzvideo-Plattform weigerte sich, einen Kommentar abzugeben, als sie von der Global Times kontaktiert wurde.

Kuaishou wurde 2013 gegründet und hatte Ende Juni dieses Jahres etwa 430 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Sein Hauptkonkurrent Douyin (die chinesische Version von TikTok) hat laut der in Shanghai ansässigen Datenanalyse-Agentur CBN Data mehr als 500 Millionen Nutzer pro Monat.

Überdies gab auch das chinesische Express-Lieferunternehmen ZTO Express am Mittwoch bekannt, dass es eine Zweitnotierung in Hongkong anstrebe und 45 Millionen neue Stammaktien ausgeben werde. Dies geht aus einer entsprechenden Erklärung hervor, die bei der US-Börsenaufsichtsbehörde „Securities and Exchange Commission“ veröffentlicht wurde.

Aufgrund der unerschütterlichen Unterstützung der Zentralregierung für die Sonderverwaltungszone Hongkong und des bequemen Börsenverbindungsmechanismus mit Hongkong wird erwartet, dass noch mehr Unternehmen vom Festland an der Börse notiert werden. Am 8. September ging zum Beispiel der in Hangzhou ansässige Mineralwasser-Gigant Nongfu Spring in Hongkong an die Börse und brachte rund 8,35 Milliarden Hongkong-Dollar auf.

Auch das an der US-Börse notierte „Yum China“, Betreiber von KFC und Pizza Hut, strebt Berichten zufolge eine Zweitnotierung in Hongkong im Wert von zwei Milliarden US-Dollar an. Die Fintech [Mischung aus „Finanzen und Technologie“]-Sparte von Alibaba, Ant Financial, hat sogar eine spektakuläre Doppelnotierung an der Börse in Hongkong und der STAR-Börse in Shanghai beantragt.

Diese Schritte widerlegen direkt Trumps Behauptung, nach der die Aufhebung des Freihandelsstatus Hongkongs mit den USA Unternehmen und Investoren vertreiben würde.

„Das haben wir jetzt alles zurückgenommen. Hongkong wird kein erfolgreicher Börsenplatz mehr sein ... wir werden jetzt viel mehr Geld verdienen", hatte Trump in einem Interview mit Fox News im August gesagt.