Eine Frau arbeitet in einem Unternehmen für Automotoren in Harbin, der Hauptstadt von Chinas nordöstlicher Provinz Heilongjiang, März 2020, Xinhua.

Bei einer virtuellen Dialogveranstaltung des Weltwirtschaftsforums sagte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, dass sein Land im Jahr 2020 wieder in die Erfolgsspur kommen könnte. „Ich bin zuversichtlich, dass die chinesische Wirtschaft für das gesamte Jahr ein positives Wachstum erzielen wird. Dies erreichen wir durch Bemühungen der Regierung, der Unternehmen und der durchschnittlichen Haushalte“, sagte er am Dienstabend.

Bei der Frage, wie positives Wirtschaftswachstum erzielt werden könne, schlug Li einen immer zuversichtlicheren Ton an. Auf den diesjährigen „Zwei Tagungen“ (NVK und PKKCV) im Mai sagte er, ein solches Wachstum könne erreicht werden, wenn die Maßnahmen zum Schutz kleiner Unternehmen und Arbeitsplätzen Erfolge zeigen.

Li äußerte sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die durch COVID-19 in Mitleidenschaft geraten war. Chinas Wirtschaftsdaten für August, die am Dienstag präsentiert wurden, waren besser als erwartet.

Im ersten Quartal wurde China am schwersten von der Pandemie getroffen, das Bruttoinlandsprodukt des Landes fiel um 6,8 Prozent. Im zweiten Quartal stabilisierte sich das Wachstum bei 3,2 Prozent. China war das einzige Land der G20-Gruppe, das im zweiten Quartal ein positives Wachstum verzeichnete, wie aus einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom Montag hervorgeht.

„Da ein großer Teil der Welt noch immer um eine angemessene Antwort der öffentlichen Gesundheitsleistungen ringt, stimmen uns die Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in China hoffnungsvoll“, sagte der Gründer und Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab. Nach Angaben des WEF ist dies das erste Mal seit dem Ausbruch der Pandemie, das Ministerpräsident Li ein Grußwort an ein Treffen von Wirtschaftseliten richtet. „Die Pläne zur wirtschaftlichen Erholung von Ministerpräsident Li sind eine Blaupause für den Kampf gegen den Virus und eine sichere Rückkehr zum wirtschaftlichen Leben. Diese Art von Erfahrungsaustausch ist absolut notwendig, um die Pandemie so bald wie möglich hinter uns zu lassen“, sagte Schwab.

Spitzenmanager von führenden Unternehmen, darunter Stephen Schwarzman, der Vorsitzende der Blackstone-Gruppe, und Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, nahmen an der Veranstaltung teil. „Wir müssen alle unserer Verantwortung gerecht werden, um den Multilateralismus zu unterstützen und eine Botschaft der Hoffnung und Zuversicht an die Menschen auf der Welt auszusenden. Wir hoffen, dass wir alle daran arbeiten können, Handel, Investitionen und Liberalisierung zu fördern, was durch COVID-19 bereits erheblich beeinträchtigt wurde, sagte Li.