Trotz der Absage der Kuomintang, die ursprünglich eine Delegation senden wollte, werde das Straits-Forum in Xiamen an diesem Wochenende den Austausch zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße weiter fördern. An diesem wichtigen jährlichen Forum nehmen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten vom Festland und aus Taiwan teil.

Xiaoguang, Sprecher des Büros für Taiwan-Angelegenheiten des Staatsrates

Die Entscheidung der Kuomintang (KMT), nicht am diesjährigen Straits-Forum teilzunehmen, werde den zivilen Austausch zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Taiwanstraße nicht beeinträchtigen, versicherte Ma Xiaoguang, ein Sprecher des Büros für Taiwan-Angelegenheiten des Staatsrates, am Mittwoch.

Taiwans wichtigste Oppositionspartei kündigte am Montag an, dass sie keine offizielle Delegation zum Straits-Forum entsenden werde, das am Samstag im südchinesischen Xiamen (Provinz Fujian) eröffnet wird. Ursprünglich war geplant, eine Delegation aus Taiwan unter der Leitung des ehemaligen Parlamentspräsidenten Wang Jin-pyng zu entsenden.

Ma erklärte, das Straits-Forum sei ein nichtstaatliches Forum und eine Plattform für den Austausch und Dialog zwischen Menschen aus allen Bereichen von beiden Seiten der Taiwanstraße. Solange Landsleute von beiden Seiten teilnehmen, sei auch die Dynamik des Austauschs und der Zusammenarbeit sichergestellt.

Seit 2008 haben die KMT und die Kommunistische Partei Chinas (KP Ch) den Austausch auf der gemeinsamen politischen Grundlage des Konsenses von 1992 verstärkt. Beide Seiten erkennen an, dass es nur ein China gibt. Die beiden Parteien haben die friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Taiwanstraße hinweg gefördert und dadurch fruchtbare Ergebnisse erzielt.

„Wenn wir an dieser Grundlage festhalten und sie aufrechterhalten, können sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße friedlich und stabil entwickeln. Wenn diese Grundlage aber verändert oder sogar aufgegeben wird, werden die Beziehungen unweigerlich stagnieren und sogar zurück gehen", mahnte Ma.

Das chinesische Festland hält an der Politik fest, auf der Grundlage des Konsenses von 1992 den Austausch und die Zusammenarbeit mit allen Parteien und Organisationen in Taiwan zu fördern und ihnen die Türen zu öffnen.

„Ich glaube, solange alle die gemeinsamen Interessen der Landsleute auf beiden Seiten der Taiwanstraße berücksichtigen, werden dieser Austausch und diese Zusammenarbeit nicht grundlegend behindert werden", fügte er hinzu.

Das Straits-Forum sei seit seiner Gründung immer eine Veranstaltung gewesen, die auf dem grundlegenden Austausch von Mensch zu Mensch basierte, so Ma. Es habe eine positive Rolle bei der Erweiterung und Vertiefung des nichtstaatlichen Austauschs gespielt, indem es gemeinsam die chinesische Kultur, die Harmonie zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße sowie die wirtschaftliche und soziale Integration gefördert habe. Auf diese Weise sei das Forum zur größten und meistbesuchten Veranstaltung ihrer Art sowie zu einer wichtigen Plattform für die Zusammenführung von Landsleuten von beiden Seiten der Taiwanstraße geworden. Laut Ma haben die Ergebnisse einer Umfrage im vergangenen Monat gezeigt, dass fast 60 Prozent der Landsleute in Taiwan die Stärkung des Austauschs über die Taiwanstraße hinweg unterstützen.

Die diesjährige Veranstaltung werde im Einklang mit den Präventions- und Kontrollmaßnahmen des COVID-19 durchgeführt, ließ er überdies wissen. Es wird erwartet, dass Vertreter von Parteien, Organisationen und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Taiwans an der Veranstaltung, die aus einer Mischung aus Online- und Offline-Aktivitäten bestehen wird, teilnehmen werden. Es wird 46 Aktivitäten geben, die sich unter anderem mit den wirtschaftlichen Beziehungen, sogenannten „Grassroot“ [politische oder gesellschaftliche Initiativen, die aus der Basis der Bevölkerung entstehen]-Themen, sowie dem Kultur- und Jugendaustausch zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße befassen werden. Darüber hinaus werden dieses Jahr auch zwei neue Bereiche des Austauschs und der Zusammenarbeit auf die Tagesordnung gesetzt: Epidemieprävention und öffentliche Gesundheit.