Vor 75 Jahren konnte China den antifaschistischen Widerstandskrieg gegen Japan gewinnen. Danach half China unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) dabei, den Frieden und Zusammenhalt innerhalb der internationalen Gemeinschaft zu schützen. Viele der Lehren aus dieser Zeit lassen sich auf die schwierige heutige Zeit übertragen.

Chinas Präsident Xi Jinping hielt auf der „Gedenkfeier zum 75. Jahrestag des Sieges im Krieg gegen die japanische Aggression und im weltweiten Krieg gegen den Faschismus“ eine Rede. Darin betonte er, der große Sieg im Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen Japan sei „der historische Wendepunkt der chinesischen Nation von einer tiefen Krise zu einer großen Verjüngung seit der Neuzeit, ein wichtiger Teil des Sieges im antifaschistischen Weltkrieg sowie ein Sieg des chinesischen Volkes und der Sieg des Volkes der ganzen Welt.“

Rückblickend betrachtet sei der umfassende Sieg im Widerstandskrieg gegen Japan nicht nur das Ergebnis des vereinten Kampfes der Menschen in ganz China unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) gewesen, sondern auch untrennbar mit der vereinten Zusammenarbeit zwischen den antifaschistischen Kräften verbunden. Chinas Sieg: Ergebnis des nationalen Zusammenhalts unter der Führung der KPCh

Nach dem „Zwischenfall vom 18. September" gab das Zentralkomitee der KPCh sofort eine Erklärung ab, die sich entschieden und klar gegen die imperialistische Aggression Japans im Nordosten des Landes richtete. Am 1. August 1935 übernahm die KPCh mit ihrem Vorschlag zur Einrichtung der antijapanischen nationalen Einheitsfront die Führung. Am Tag nach dem „Vorfall an der Lugou-Brücke" appellierte das Zentralkomitee der Partei dann an die Bevölkerung des ganzen Landes: „Nur wenn wir als ganze Nation den Widerstandskrieg zusammen führen, gibt es einen Ausweg."

14 Jahre lang führte die KPCh die antijapanischen Streitkräfte an, eröffnete hinter den feindlichen Linien Schlachtfelder und richtete dort antijapanische Basisgebiete ein. Außerdem arbeitete sie mit den von der Kuomintang (KMT) geleiteten Einheiten auf dem vorderen Schlachtfeld zusammen, um gemeinsam gegen die japanischen Invasoren zu kämpfen und so den finalen Sieg erringen zu können.

Auch heute, 75 Jahre später, haben sich die Menschen in ganz China angesichts der COVID-19-Pandemie, unter der klaren Führung der KPCh erneut zusammengeschlossen, um die Schwierigkeiten zu überwinden und wichtige Erfolge im Kampf gegen das Virus zu erzielen. Die historischen Fakten haben bewiesen, dass die Bewältigung großer Krisen und Herausforderungen eine starke zentrale Führung und den Zusammenhalt der gesamten Nation erfordert.

Chinas Sieg: Ergebnis der Zusammenarbeit des chinesischen Volks mit der antifaschistischen Allianz

China werde nie vergessen, dass in den 14 Jahren des Widerstandskrieges unzählige ausländische Freunde nach China kamen, um entweder direkt auf dem Schlachtfeld zu kämpfen oder in den hinteren Reihen Unterstützung zu leisten. Dazu gehören unter anderem Soldaten, Kriegskorrespondenten oder medizinisches Personal.

China werde nie den deutschen Geschäftsmann John Rabe vergessen, der während des Massakers in Nanjing zusammen mit seinen internationalen Freunden in Nanjing eine „internationale Sicherheitszone" eingerichtet hat. Diese umfasste eine Schutzfläche von 3,86 Quadratkilometern und garantierte die Sicherheit von Hunderttausenden chinesischen Zivilisten. Selbst sein eigenes Grundstück fungierte als Schutzzone. Dort lebten bis zu 602 Verfolgte gleichzeitig - die meisten davon Frauen und Kinder. Die Namen internationaler Freunde wie zum Beispiel John Rabe, Henry Norman Bethune, Kwarkanath S. Kotnis, Claire Lee Chennault, Agnes Smedley und andere werden für immer in die historische Erinnerung der chinesischen Nation eingraviert sein.

Als Thomas Rabe, der Enkel von John Rabe und Arzt an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, China dieses Jahr um Hilfsmaterialen zur Epidemie-Bekämpfung bat, stellten Institutionen wie die „Gedenkhalle der Opfer des Nanjing-Massakers durch japanische Invasoren in China“ in kürzester Zeit eine große Anzahl von Masken, Schutzkleidung und Medikamenten bereit und schickten diese nach Deutschland. Dies macht deutlich, dass Chinas Dankbarkeit nicht nach 80 Jahren verfällt, sondern für immer anhalten wird.

Chinas Sieg: Folge daraus, dass China seine Verantwortung als Großmacht im antifaschistischen Kampf angenommen hat

Schon in den frühen Tagen des Widerstandskrieges gegen Japan trug China entscheidend zum allgemeinen Kampf gegen den Faschismus bei und konnte die Kräfte der japanischen Armee bereits effektiv schwächen. Die chinesischen Streitkräfte marschierten zweimal in Myanmar ein, um dort gegen Japan zu kämpfen. Sie unterstützten nicht nur die alliierten Einheiten im Burmafeldzug ab Januar 1942, sondern entlasteten auch das US-Militär bei deren Gegenoffensive im Pazifik erheblich. Chinas Streitkräfte unterstützten das Hauptschlachtfeld im antifaschistischen Weltkrieg im Osten und halfen somit maßgeblich bei der Aufrechterhaltung des Weltfriedens.

Am Neujahrstag 1942 veranlasste China zusammen mit den USA, Großbritannien und der Sowjetunion 26 Länder dazu, die „Deklaration der Vereinten Nationen" zu unterzeichnen. Seitdem hat China in der Kriegszeit stets an internationalen Abkommen wie der „Moskauer Erklärung“ und der „Kairoer Erklärung“ teilgenommen und sich aktiv an den Vorbereitungen für die Gründung der Vereinten Nationen beteiligt. Auch als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hat China später eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der internationalen Nachkriegsordnung eingenommen. Darüber hinaus hat China Nordkorea, Vietnam und anderen Ländern sowohl im antijapanischen Kampf als auch im nationalen Befreiungskampf aktiv geholfen.

Genauso verhält es sich auch heute, während die COVID-19-Pandemie auf der ganzen Welt wütet: China hat bereits mehr als 200 Ländern und Regionen sowie internationalen Organisationen auf der ganzen Welt unter dem enormen Druck der Pandemieprävention und -kontrolle aktiv Hilfsmaterialien und Expertise im Kampf gegen das Virus bereitgestellt, um die globale Prävention und Kontrolle der Pandemie uneingeschränkt zu unterstützen.Ob in Kriegsjahren oder in Friedenszeiten - Chinas Verhalten spiegelt das Verantwortungsbewusstsein wider, nach dem das Land stets bestrebt ist, „große Harmonie für die Welt zu finden.“ Mit dem Fortschreiten des globalen antifaschistischen Krieges haben mehr und mehr friedliebende Menschen in verschiedenen Ländern diese Tatsache mittlerweile besser verstanden.

Nur durch das Überwinden der Interessenskonflikte und ideologischen Differenzen konnten sich die Länder wirklich vereinen, um die faschistische Achse zu besiegen und echten Frieden zu erreichen. Dies ist zur ideologischen Grundlage für die Errichtung des antifaschistischen Bündnisses geworden. Nach dem Sieg im Weltkrieg gegen den Faschismus sind Frieden und gemeinsame Entwicklung zum Konsens der internationalen Gemeinschaft geworden. Nach dem Ende des Kalten Krieges sind Zusammenarbeit und der Win-Win-Grundsatz zu Normen der internationalen Kooperation geworden.

In den letzten Jahren sind jedoch einige Länder zu der Idee zurückgekehrt, dass die eigene Nation Priorität genieße, und haben in dem Zuge die ideologischen Unterschiede wieder aufleben lassen und sowohl Hegemonismus als auch Machtpolitik umfassend gefördert. Dies hat dazu geführt, dass die globale Sicherheit vor dem größten Test seit dem Sieg im antifaschistischen Weltkrieg steht.

Wenn man auf den Sieg des chinesischen Widerstandskrieges gegen Japan zurückblickt, lassen sich wichtige Lehren ziehen. Nur durch die Einhaltung des Konzepts der „vereinten Welt" und durch die Kooperation der Länder zum Aufbau einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit lassen sich die unterschiedlichen Schwierigkeiten überwinden und eine gemeinsame Entwicklung nach dem Win-Win-Prinzip erreichen.

(Autor: Zhang Yiming, Postdoktorand am Institute of Modern History der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften)