Chinas Einzelhandel hat im August zugelegt. Wirtschaftsdaten zeigen für diesen Zeitraum ein Wachstum von 0,5 Prozent. Experten führen dies vor allem auf den verbesserten Absatz in der Auto- und Unterhaltungsbranche zurück.

Archivbild von Xinhua

Chinas Einzelhandelsabsatz ist im August erstmals in diesem Jahr gestiegen. Wirtschaftsdaten vom August, die am Dienstag veröffentlicht wurden, deuteten Potenzial für stärkeres Wachstum im vierten Quartal an, trotz der globalen Rezession aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Der Einzelhandelsabsatz stieg im August um 0,5 Prozent auf 3,36 Billionen Yuan (490 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Daten des Nationalen Statistikbüros vom Dienstag zeigen. Diese belegen, dass die Inlandsnachfrage die Erholung beschleunigt hat. Im Juli war der Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent gefallen.

Li Xuezhi, ein Experte für Makroökonomik der Bank of Communications, führte dies auf den verbesserten Autoabsatz und die Wiedereröffnung der Unterhaltungsbranche im August zurück. Die chinesische Kinoticketplattform Maoyan berichtete am Montag, dass im August 95,5 Millionen Besucher an den Kinokassen gezählt wurden. Kinos machten einen Umsatz von 3,4 Milliarden Yuan (rund 500 Millionen US-Dollar), was 43 Prozent des Vorjahresniveaus entspricht.

Wang Zhe, der leitende Wirtschaftsexperte der China National Gold Group, sagte, dass die Inflation einen negativen Einfluss auf den Einzelhandel gehabt habe, da der Konsum sich nur langsam erhole.

Chinas Verbraucherpreisindex, der wichtigste Indikator für die Inflation, stabilisierte sich im August mit einem Anstieg von 2,4 Prozent, einen Monat zuvor hatte der Anstieg der Inflation noch bei 2,7 Prozent gelegen.

„Momentan erholt sich die Produktion schneller als der Konsum. Auch in einigen anderen Ländern erholt sich der Konsum bereits, doch die Produktion verläuft noch schleppend. Deswegen haben Chinas Exporte ein starkes Wachstum beibehalten und sind im Vergleich zum August des Vorjahres um 11,6 Prozent gestiegen“, sagte Wan. Dies zeige die Widerstandsfähigkeit von Chinas verarbeitendem Gewerbe und die Integrität der Industrieketten, sagte Wan.

Die Produktionstätigkeit blieb im vergangenen Monat in der Expansionszone, der Einkaufsmanagerindex lag bei einem Wert von 51 Punkten und die industrielle Wertschöpfung von Unternehmen oberhalb des Maßstabs stieg um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Wertschöpfung der Industrie stieg in den ersten acht Monaten des Jahres erstmals auf ein Wachstum von 0,4 Prozent.

Der Rückgang der Investitionen in Sachanlagen hat sich im August verlangsamt, was zum einen von der Regierungsinitiative zur „Neuen Infrastruktur“ gespeist wurde, zum anderen vom Wachstum im verarbeitenden Gewerbe, sagte Liu. In den ersten acht Monaten fielen Chinas Investitionen in Sachanlagen um 0,3 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs und dämpften damit den Rückgang der ersten sieben Monate.

Vorteilhafte politische Maßnahmen und das verbesserte Geschäftsklima stärkten die Zuversicht ausländischer Unternehmen, in China zu investieren. Im August stieg die tatsächliche Verwendung von ausländischem Kapital in China um 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichte damit ein neues Rekordhoch, wie das Handelsministerium am Freitag bekanntgab.

„Angesichts des Momentums wird das Wachstum von Chinas Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr die Marke von zwei Prozent überschreiten. Das Wachstum im vierten Quartal könnte sogar auf sechs Prozent steigen“, sagte Liu voraus.