In ganz China ist der Dienstleistungssektor mittlerweile zu einem Wachstumsmotor für die Wirtschaft geworden. Auch die Hauptstadt Beijing hat das erkannt und öffnet deshalb den lokalen Dienstleistungssektor weiter für ausländische Investoren.

Wie lokale Regierungsvertreter am Freitag ankündigten, wird Beijing mehr Geschäftsmöglichkeiten für globale Investoren schaffen, indem es die Dienstleistungsindustrie weiter öffnet und in diesem Sektor eine Vorbildfunktion für den Rest des Landes übernehmen wird.

Dies sagten sie, nachdem die Hauptstadt grünes Licht für die Erweiterung des Marktzugangs in der Dienstleistungsindustrie und den Aufbau einer umfassenden Demonstrationszone auf nationaler Ebene in diesem Sektor erhalten hatte.

Eine Pilotzone, die nach einer von der Regierung geführten Planung errichtet wird, werde fortschrittliche internationale Handels- und Investitionsregeln enthalten und sich auf neun Schlüsselindustrien konzentrieren, erklärte Wang Shouwen, stellvertretender Handelsminister, auf einer Pressekonferenz. Bei den Industrien handele es sich um wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen, digitale Wirtschaft und digitalen Handel, Finanzdienstleistungen, Handel, Kultur, Tourismus, Bildung und Gesundheitsfürsorge.

Wang fügte hinzu, dass 26 Öffnungs- und Innovationsmaßnahmen in vier Bereichen vorgeschlagen wurden. Neben der Ausweitung des Tätigkeitsbereichs ausländischer Finanzinstitutionen und der Errichtung weiterer Duty-Free-Shops in Beijing sollen qualifizierte Unternehmen, die in diesen vier Sektoren - wie zum Beispiel integrierte Schaltkreise - tätig sind, als High-Tech-Unternehmen eingestuft werden und in den Genuss von Vorzugsmaßnahmen kommen, ließ Wang wissen.

Im Telekommunikationssektor werden ausländische Betreiber überdies berechtigt sein, Dienstleistungen für ausländisch finanzierte Unternehmen in Beijing anzubieten, indem sie Joint Ventures mit lokalen Partnern gründen, sagte Zong Changqing, Generaldirektor der Abteilung für die Verwaltung ausländischer Investitionen im Handelsministerium. Die Regierung wird ausländische Unternehmen laut Zong auch bei Investitionen in das Gesundheitswesen, die zivile Luftfahrt und die Erste-Hilfe-Transportdienste der Stadt unterstützen.

Man erwarte, dass Beijing bis 2030 die Ziele in den Bereichen Freihandel, Investitionen, leichter grenzüberschreitender Kapitalfluss, Beschäftigung, einfacher und bequemer Transport sowie sicherer und geordneter Datenfluss erreicht, sagten Beamte auf der Pressekonferenz.

Der Dienstleistungssektor und der Handel mit Dienstleistungen sind mittlerweile zu neuen Wachstumsmotoren für ganz China geworden. Der Wert der chinesischen Dienstleistungsindustrie machte im vergangenen Jahr 53,9 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts aus und trug 59,4 Prozent zum gesamten Wirtschaftswachstum bei, wie aus einem Anfang des Monats veröffentlichten Bericht der China Association of Trade in Services hervorgeht.

In dem Bestreben, seine Entwicklung zu diversifizieren, hat Beijing in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Öffnung seines Dienstleistungsmarktes ergriffen, die in den letzten Jahren immer mehr ausländisch investierte Unternehmen wie SAP, Visa, MasterCard und SWIFT angezogen haben.

Nach Angaben des zuständigen lokalen Handelsbüros in Beijing wurden in der ersten Jahreshälfte insgesamt 590 ausländisch investierte Unternehmen in der Stadt gegründet. In diesem Zusammenhang erreichte die Summe ausländischer Investitionen 7,21 Milliarden Yuan (1,05 Milliarden US-Dollar).