Berichten zufolge näherten sich am Sonntag zwei Bomber der chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA) der Insel Taiwan von östlicher Seite, nachdem sie die Miyako-Straße überquert hatten. Allein im Juni hatten VBA-Flugzeuge bereits mindestens acht Einsätze in Taiwans südwestlichen „Luftraum" durchgeführt.

Eine Luftwaffenformation der Chinesischen VBA führt während eines Trainings am 26. April 2018 Inselpatrouillen durch. Die Formation flog über die Miyako-Straße und über den Bashi-Kanal und absolvierte damit eine Inselpatrouille, die Teil des Trainings war.

Die beiden H-6K-Bomber seien am Sonntag vom Ostchinesischen Meer kommend durch die Miyako-Straße geflogen, in den Pazifischen Ozean eingetreten, und hätten sich dann der Insel Taiwan von Osten genähert. Danach seien sie umgedreht und über die gleiche Route zu ihrer Basis zurückgekehrt, wie aus einer Pressemitteilung des Vereinigter Generalstabs („Joint Staff“) des japanischen Verteidigungsministeriums vom selben Tag hervorgeht.

Laut taiwanesischen Medien hat es in letzter Zeit keine vergleichbaren Missionen der VBA gegeben, und das taiwanesische Militär untersucht weiterhin, ob die Flieger tatsächlich über die gleiche Route oder nach Überquerung des Bashi-Kanals zurückkehrten.

Indem sie durch den Luftraum östlich von Taiwan flog, hat die VBA demonstriert, dass sie nicht nur Ziele im Westen der Insel, sondern auch auf der östlichen Seite treffen kann. Von dort aus könnten die VBA-Kampfflugzeuge auch Zugangsverhinderung- („Anti-Access“) und Gebietsverweigerungsmissionen („Area Denial“) durchführen und somit ausländische Interventionen verhindern, erklärte ein chinesischer Militärexperte vom Festland unter der Bedingung der Anonymität.

Vor dem Einsatz am Sonntag mit H-6K-Bombern hatte die VBA in diesem Monat bereits mindestens achtmal Militärflugzeuge in den südwestlichen „Luftraum" Taiwans geschickt. Daran war eine Vielzahl von Militärflugzeugen, darunter die J-10, J-11 und Su-30-Kampfflugzeuge sowie Y-8-Sondereinsatzmaschinen, beteiligt, wie aus Informationen der taiwanesischen Verteidigungsbehörde hervorgeht. Viele dieser Einsätze galten als Gegenmaßnahmen gegen US-Militärflugzeuge, die sich der Insel Taiwan näherten oder diese sogar überflogen.

Song Zhongping, Militärexperte für das chinesische Festland und TV-Experte, sagte, die VBA-Operationen sowohl aus dem Osten als auch aus dem Südwesten Taiwans deuteten darauf hin, dass die VBA trainiere, um die potenzielle US-amerikanische und japanische Verstärkung zu unterdrücken, die von Guam und den Ryukyu-Inseln durch die Miyako-Straße östlich von Taiwan oder durch die Kanäle Bashi, Balintang und Babuyan südwestlich von Taiwan kommen könnte. Die VBA könnte diese Operationen nutzen, um das Gebiet wirksam gegen ausländische Truppen abzuschotten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Taiwans Streitkräfte nicht entkommen können.

Auf die Frage nach Taiwans engen Interaktionen mit den USA im vergangenen Monat betonte Oberstleutnant Wu Qian, ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, auf einer regulären Pressekonferenz am Mittwoch, dass Taiwan ein unveräußerlicher Teil Chinas sei, und die Angelegenheiten Taiwans damit rein innere Angelegenheiten Chinas seien, bei denen keine Einmischung von außen geduldet werde.

Die VBA befinde sich in höchster Alarmbereitschaft und verfüge über die feste Entschlossenheit, das volle Vertrauen und ausreichende Fähigkeiten, um die nationale Souveränität und territoriale Integrität zu wahren sowie Frieden und Stabilität über die Meerenge von Taiwan hinweg aufrechtzuerhalten.