Das Treffen zwischen den Staats- und Regierungschefs Chinas und der Europäischen Union (EU), das am Montag per Videokonferenz stattfand, habe dem Wachstum der bilateralen Beziehungen neuen Schwung verliehen und werde eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit in der Zeit nach der Pandemie schaffen, kommentierten Analysten am Dienstag.

Das Treffen „hat das gebracht, was die beiden Seiten erreichen wollten, das gegenseitige Verständnis und Vertrauen gestärkt und dem weiteren Wachstum der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und der EU neuen Schwung verliehen", sagte auch Wang Lutong, Leiter der Abteilung für Europäische Angelegenheiten in Chinas Außenministerium, auf einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen in Beijing.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte am Montagabend eine Videokonferenz mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, und der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Die beiden fungierten zusammen mit Chinas Premierminister, Li Keqiang, auch als Gastgeber des Treffens.

Es war das erste formelle Gipfeltreffen zwischen den chinesischen Staats- und Regierungschefs und der neuen EU-Führung nach deren Amtseinführung im vergangenen Jahr und gleichzeitig das bilaterale Treffen auf der höchsten Ebene seit dem Virus-Ausbruch.

Die andauernde COVID-19-Pandemie hat der Weltwirtschaft einen schweren Rückschlag versetzt. Daher standen bei dem Treffen Diskussionen über Wege, wie die Bemühungen zur Überwindung dieser globalen wirtschaftlichen Schäden intensiviert werden können, auch im Vordergrund.

Laut Wang sind sich beide Seiten darin einig, dass die Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und der EU für beide Seiten vorteilhaft sei. Beide Seiten würden sich auf den Abschluss eines umfassenden, ausgewogenen und hochrangigen Investitionsabkommens freuen. China bekräftigt zwar sein Bekenntnis, weiterhin eine qualitativ hochwertige Entwicklung und eine Öffnung auf hoher Ebene zu verfolgen, mache jedoch gleichzeitig klar, dass die Öffnung in beide Richtungen funktionieren sollte.

„Wir hoffen, dass die EU-Seite weiterhin die Offenheit der Handels- und Investitionsmärkte aufrechterhalten und ein offenes, faires und nichtdiskriminierendes Umfeld für chinesische Unternehmen, die in Europa investieren, schaffen wird", erklärte Wang.

„Die Chancen für eine positive Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und China sind gut, wenn China seinen pragmatischen Ansatz zur multilateralen Zusammenarbeit fortsetzt und sich den wichtigsten Prioritäten und Projekten der EU, insbesondere dem ‚Green Deal‘, anschließt", bewertete Berthold Kuhn, ein leitender Wissenschaftler an der Freien Universität (FU) Berlin.

Seiner Ansicht nach haben die EU und China viele Möglichkeiten, um zusammenzuarbeiten: „Zum Beispiel kann China den ‚Green Deal‘ der EU unterstützen und die EU kann die grüne Entwicklung der Neuen Seidenstraßeninitiative unterstützen.“

Auch Chinas Wandel von einem exportorientierten zu einem an der inländischen Nachfrage orientierten Wachstumsmodell biete neue Chancen für die EU und China, machte Kuhn deutlich.

Wang sagte, das Treffen habe deutlich gezeigt, dass beide Seiten gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit bei ihrer Unterstützung einer offenen Weltwirtschaft, des Multilateralismus und einer friedlichen und stabilen globalen Entwicklung anstreben würden: „Beide Seiten hoffen, ein positives Signal zu senden, dass China und die EU zusammenarbeiten, um COVID-19 zu bekämpfen, die Zusammenarbeit voranzubringen und die globale wirtschaftliche Erholung zu fördern, mit der Aussicht darauf, der Welt mehr Stabilität und positive Energie zu bringen.“