Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass mehr als neunzig Prozent der Jugend Chinas dieses Jahr den zwei Sitzungen größere Beachtung schenkt, wobei die Frage nach dem Lebensstandard und die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Mittelpunkt des Interesses stehen.

An der Umfrage, die von der China Youth News Agency veranstaltet wurde, haben 1984 junge Chinesinnen und Chinesen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren teilgenommen. 91,5 Prozent der Befragten bekundeten ein größeres Interesse an den diesjährigen zwei Sitzungen. Am Donnerstag beginnt die Jahressitzung der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV), am Freitag die Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses (NVK).

Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 28 Jahre, wobei mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage nach 1990 geboren sind.

"Junge Menschen sind anfälliger für Risiken, die durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Unsicherheitsfaktoren bewirkt werden, dies gilt umso mehr in einer Zeit, die bestimmt wird von einem Rückgang der Wirtschaft und einem größeren Druck auf den Arbeitsmarkt, die in Zusammenhang mit der COVID-19-Epidemie stehen," sagte Zhao Lianfei, Mitglied der Expertenrunde des Zentralkomitees der Jugendliga, die für den Jugendentwicklungsplan verantwortlich ist, am Donnerstag gegenüber der Global Times.

"Ihr Alltagsleben wird stärker von der Makropolitik und den Entwicklungsplänen des Landes beeinflusst, weshalb sie sich auch stärker für Politik interessieren“, so Zhao, der auch als Forscher am Institut für Soziologie der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften tätig ist.

Der Lebensstandard und die Arbeitsmarktsituation sind die zwei Themen, welche die Jugend am meisten interessieren. Danach kommt die Höhe des Einkommens, die Frage der Besteuerung, die Gesundheitsvorsorge, Armutsbekämpfung und Erziehung.

Tao Zhen, 32, die für ein Beijinger Wertpapierhaus arbeitet, sagte gegenüber der Global Times, dass sie sich vor allem für die Wirtschaftsfragen interessiert, die auf den beiden Sitzungen diskutiert würden, denn diese Themen hätten großen Einfluss auf ihre persönlichen Entscheidungen in Gelddingen, etwa beim Immobilienerwerb oder beim Kauf von Gesundheitsprodukten.

Die Teilnehmer an der Umfrage beurteilten die Situation des Landes hinsichtlich verschiedener Sachthemen.

Auf einer Skala von maximal zehn Punkten erreichte die Frage der nationalen Sicherheit 8,34 Punkte, während die Themen Gesundheitsfürsorge, Wirtschaftsentwicklung und internationale Beziehungen jeweils mehr als 7,5 Punkte erreichten.

Die Teilhabe junger Menschen am gesellschaftlichen Leben sei innerhalb der letzten zehn Jahre gewachsen, so Zhao. Aus seinen früheren Studien gehe hervor, dass die chinesische Jugend, also die nach dem Jahre 1990 Geborenen, aktiver an politischen Debatten beteiligt sind, als frühere Generationen. Auch deshalb bringen junge Menschen dieses Jahr den zwei Sitzungen größeres Interesse entgegen.