Die COVID-19-Pandemie ging auch an Chinas Wirtschaft nicht spurlos vorbei. Analysten sind jedoch zuversichtlich, dass das Land in diesem und im nächsten Jahr wieder das Zugpferd der Weltwirtschaft sein wird.

Arbeiter montieren eine Industrieturbine in einer Fabrik in der Wirtschaftsentwicklungszone Haizhou in Lianyungang, Jiangsu. (GENG YUHE/ CHINA DAILY)

China ist eine der wenigen großen Volkswirtschaften, die in den Jahren 2020 und 2021 wesentlich zum Wachstum der Weltwirtschaft beitragen wird, hieß es in einem gemeinsamen Bericht der Unternehmensberatungen Oliver Wyman und Silk Road Associates.

„Trotz der Herausforderungen im verarbeitenden Gewerbe und den möglicherweise länger anhaltenden und tief greifenden Schwierigkeiten in Teilen des Dienstleistungssektors sehen wir weiterhin Wachstum in China, das eine wichtige Quelle des weltweiten Wachstums sein wird“, sagte Peter Reynolds, Partner und Chef von Oliver Wyman China.

„Wir haben eine relativ schnelle Erholung im verarbeitenden Gewerbe gesehen, einen v-förmigen Kurs. Mehr als 90 Prozent der Fabriken sind wieder in Betrieb und arbeiten den Rückstau ab, der aufgrund der Schließungen über das chinesische Neujahrsfest aufgelaufen ist”, sagte Reynolds.

Die Importe von zahlreichen Gütern, insbesondere Rohmaterialien, die im verarbeitenden Gewerbe verwendet werden, blieben über die gesamte Periode sehr robust und ermöglichten die Erholung des Sektors.

Chinas Industrieausstoß fiel im ersten Quartal um 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, da die Industrieproduktion schwer vom neuartigen Coronavirus betroffen war, wie aus Daten des Nationalen Statistikamtes hervorgeht.

„Wenn man das chinesische Neujahr hinzurechnet und die zwei Wochen, in denen alles unterbrochen war, haben wir insgesamt 17 Prozent der Arbeitszeit verloren. Daher ist ein Rückgang von 8,4 Prozent ein ziemlich positives Ergebnis angesichts der langen Zeit, in der die Fabriken schließen mussten”, fügte er hinzu.

„Die verschiedenen wirtschaftlichen Sektoren innerhalb Chinas werden sich unterschiedlich schnell erholen und miteinander konkurrierende Einflüsse werden den Wachstumspfad innerhalb der nächsten zwölf Monate formen. Dies hängt auch ab von der Konzentration der Sektoren in jeder Region“, sagte Reynolds.

„In der Tendenz konzentriert sich die Erholung der chinesischen Wirtschaft auf bestimmte Regionen“ sagte Ben Simpfendorfer, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Silk Road Associates. Dies gehe aus Daten hervor, die Veränderungen der Luftverschmutzung für 650 urbane Regionen über einen Zwölfmonatszeitraum zeigen.

Im Jangtsedelta wurde etwas mehr Luftverschmutzung festgestellt, was darauf hindeutet, dass die Erholung in Kohlekraftwerken und staatlichen Industrien, vor allem der Schwerindustrie, stärker sei, sagte er.

Zwischen Anfang und Mitte Februar beobachteten Analysten die Rückkehr von Wanderarbeitern, vor allem nach Shenzhen und Guangzhou in der Provinz Guangdong. Dem Bericht zufolge besteht das Risiko einer breiten globalen Rezession, die zu einem nachfragebedingten Rückgang der Wirtschaft führen könnte. Dies wiederum könnte eine L-förmige Erholung für China bedeuten.

Chinas Exportabhängigkeit ist verglichen mit der Finanzkrise von 2008-2009 deutlich geringer. Der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt ist seit der Krise stark gefallen.