Asymptomatische Übertragung, wenn auch möglich, hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Viruspandemie, so die chinesischen Gesundheitsbehörden.

Ein Mann mit Schutzmaske geht über eine menschenleere Straße in Beijing (Foto vom 3. März 2020)

Der Ausschluss asymptomatischer Coronavirus-Infektionsfälle aus der Liste der bestätigten Infektionen in China steht im Einklang mit den offiziellen Diagnosekriterien des Landes und geht einher mit der gängigen Haltung, dass eine asymptomatische Übertragung, wenn auch möglich, keinen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Viruspandemie hat, so die Gesundheitsbehörden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bemühungen des Landes zur Eindämmung der Pandemie die lauernde Bedrohung durch nicht offensichtlichen Virusträger außer Acht lassen. Personen, die positiv getestet werden, aber keine Symptome aufweisen, unterliegen ebenfalls strengen Quarantäne- und Überwachungsmaßnahmen und werden daher wahrscheinlich keine neuen Ausbrüche auslösen, so Experten. Mit der Entspannung des Ausbruchs in China haben Gesundheitsexperten auch gefordert, die Einsatzbereitschaft zur Bewältigung symptomfreier Fälle zu verstärken und die Erforschung von Problemen wie dem tatsächlichen Anteil und der Ansteckungsgefahr der asymptomatischen Gruppe zu intensivieren.

Asymptomatische Personen sind Personen, die positiv auf das Virus getestet wurden, jedoch keine Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Husten oder Halsschmerzen aufweisen, heißt es in der von der Nationalen Gesundheitskommission veröffentlichten Diagnose- und Behandlungsrichtlinie. In China werden solche Fälle für eine vollständige Inkubationszeit in zentralisierten Einrichtungen unter Quarantäne gestellt, und wenn relevante Symptome auftreten, werden sie in den Pool bestätigter Fälle aufgenommen und in der Zahl bestätigter Fälle veröffentlicht. Bevor sie aus der Isolierung entlassen werden, müssen sie zweimal negativ auf das Virus getestet sein – die gleiche Anforderung gilt für reguläre Patienten, heißt es in der Richtlinie. „Die meisten asymptomatischen Fälle in China werden bei engen Kontakten der infizierten Personen festgestellt, die bereits einzeln isoliert und sorgfältig überwacht wurden. Einige von ihnen entwickeln später Symptome und werden sofort in Krankenhäuser eingewiesen, sodass es unwahrscheinlich ist, dass sie eine weitverbreitete Übertragung in der Gemeinschaft verursachen“, so Wu Zunyou, Chefepidemiologe am Chinesischen Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle, am Dienstag.

Unter Experten des öffentlichen Gesundheitswesens besteht auch ein gewisser Konsens darüber, dass asymptomatische Infizierte weniger in der Lage sind, das Virus auf andere zu übertragen. Laut dem Bericht, der von einem Team aus Experten der Weltgesundheitsorganisation und chinesischen Experten für öffentliche Gesundheit erstellt wurde, ist das Ausmaß wirklich asymptomatischer Infektionen unklar, aber die Übertragung durch diese Personen "scheint selten zu sein und scheint kein Hauptaspekt der Übertragung zu sein". Li Xingwang, ein Arzt am Zentrum für Infektionskrankheiten beim Beijing Ditan Hospital, sagte auf einer Pressekonferenz im Februar, dass die Viruslast einer infizierten Person mit der Schwere der Symptome korreliere und daher ein Ausbleiben von Symptomen als schwache Übertragungskapazität interpretiert werden könne. Zeng Yixin, Vizeminister der Nationalen Gesundheitskommission, sagte zuvor auch, dass aufgrund des Ausbleibens von Symptomen wie Niesen und Husten bei asymptomatischen Personen – entscheidende Handlungen auf dem bekannten primären Übertragungsweg der Ansteckung – die Wahrscheinlichkeit geringer sie, dass diese Gruppe das Virus verbreitet.