China will die finanzielle Stabilität sichern, sich mit den entsprechenden multilateralen Mechanismen koordinieren und den Yuan stabil halten, um globale wirtschaftliche Schocks auszugleichen. Dies sagten hohe chinesische Beamte am Sonntag.

Die inländischen Kapital- und Devisenmärkte seien inmitten der jüngsten globalen Finanzturbulenzen relativ stabil geblieben, und man könne davon ausgehen, dass sich Chinas Wirtschaft ab dem zweiten Quartal bei geringerem Inflationsdruck erholen werde, sagte Chen Yulu, Vizegouverneur der Chinesischen Zentralbank (CZB).

Chen sagte, die Priorität der Geldpolitik sei die Aufrechterhaltung der Währungsstabilität, was Preis- und Wechselkursstabilität voraussetze. Die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf das Angebot und die Preise könnten nur von kurzer Dauer sein, und die Inflation werde – nach ihrem Höchststand von 5,3 Prozent im Januar und Februar – in den nächsten drei Quartalen allmählich nachlassen.

„Es ist zu früh, um zu sagen, dass die globale Finanzkrise beendet ist. Es braucht noch Zeit, um die Auswirkungen der Maßnahmen einiger Länder zur Eindämmung der Finanzturbulenzen zu sehen. Chinas Finanzsystem hat seine Widerstandsfähigkeit während der globalen Marktschwankungen beibehalten, was auch ein Beitrag zur internationalen Finanzstabilität war“, fügte Chen hinzu.

„Die chinesischen Entscheidungsträger müssen bereit sein, Wachstum und Finanzstabilität zu unterstützen, wenn dies erforderlich ist. Angesichts des globalen Charakters des Ausbruchs werden viele dieser Bemühungen am effektivsten sein, wenn sie international koordiniert werden“, sagte Helge Berger, stellvertretender Direktor der Asien- und Pazifikabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF).

„China unterstützt die G20, den IWF und andere internationale multilaterale Plattformen und Institutionen, um weiterhin eine aktive Rolle bei der politischen Koordinierung und Krisenhilfe zu spielen, die Auswirkungen internationaler Epidemien wirksam zu verhindern und zu kontrollieren und die Stabilität der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte zu erhalten“, erklärte Chen.

Die CZB hat durch Sonderfinanzierungen und gezielte Kürzungen der Mindestreserveanforderungen für Banken Anreize für kommerzielle Kredite an kleinere Unternehmen geschaffen. Sie prognostiziert daher eine deutliche Verbesserung der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren im zweiten Quartal.

Ob die Zentralbank zusätzliche Maßnahmen implementiere, hänge davon ab, wie schnell die Epidemie unter Kontrolle gebracht werden könne, so Chen. Das Wachstum der weit abgegrenzten Geldmenge (M3) und der Gesamtfinanzierung sollte der Wachstumsrate des nominalen BIP entsprechen oder sogar schneller sein, sagte der Zentralbankbeamte.

Bis zum vergangenen Freitag hatte der Renminbi gegenüber dem US-Dollar in diesem Jahr bereits um 1,4 Prozent abgewertet, während der Index für die Währung der Schwellenländer um 13,4 Prozent gesunken war. Im gleichen Zeitraum sei der US-Dollar-Index um 5,2 Prozent gestiegen, sagte Xuan Changneng, stellvertretender Leiter der staatlichen Devisenverwaltung, am Sonntag.

Der Anstieg des US-Dollar-Index sei jedoch vor allem auf die Liquiditätskrise des US-Dollars inmitten massiver Aktienverkäufe zurückzuführen, nicht auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten, sagte Xuan.

Es wird erwartet, dass der RMB-Wechselkurs in Zukunft bei etwa 7 Yuan pro Dollar stabil bleiben und trotz externer finanzieller Turbulenzen nur leicht um diesen Punkt herum schwanken wird. In Renminbi denominierte Vermögenswerte könnten für globale Investoren attraktiver werden, da einige große Volkswirtschaften Zinssätze im Minusbereich eingeführt hätten, China aber weiterhin eine konventionelle Geldpolitik mit größeren Zinssatzspannen verfolge, so die chinesischen Finanzaufsichtsbehörden.