Die Chancen stehen gut, dass im zweiten Jahresquartal eine Erholung der chinesischen Wirtschaft einsetzt, vorausgesetzt, die Covid-19 Erkrankung kann vor Ende März eingedämmt werden. Diese Auffassung wird von Wirtschaftsexperten und Marktbeobachter in der Global Times vertreten.

Luftaufnahme des Yangluo-Hafens in Wuhan, Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei.

Sie warnen jedoch davor, dass diese Erholung nicht schlagartig einsetzen werde.

"Wenn die Ausbreitung des Virus bis Ende des ersten Quartals unter Kontrolle gebracht wird, werden sich sowohl beim Konsum wie auch bei der Herstellung Zeichen der Erholung einstellen," sagt Liu Xuezhi, Ökonom bei der Bank of Communications.

Die Abteilung für makroökonomische Forschung der Bank sieht eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 5,2 bis 5,5 Prozent im ersten Quartal. Liu geht davon aus, dass sich das Wachstum im zweiten Quartal auf ein "relativ normales Niveau" in die Nähe von sechs Prozent zubewegt.

Analysten der UBS Securities erwarten den Beginn der Belebung der Gesamtwirtschaft Chinas im zweiten Quartal 2020, nachdem die Unternehmen schrittweise die Produktion wieder aufgenommen haben und die Einschränkungen im Transportwesen wegfallen werden. Dies geht aus einem Bericht hervor, den UBS der Global Times zugänglich gemacht hat.

Bis Dienstag ist die Zahl der Neuerkrankungen in den Provinzen außerhalb Hubeis, dem Zentrum der Epidemie, seit acht aufeinander folgenden Tagen gesunken.

Das internationale Beratungsunternehmen Kantar hat mittels der Social Media Plattform WeChat eine Befragung durchgeführt, nach der 82 Prozent der 1000 Teilnehmer gesagt hätten, dass sie nach dem Ende der Epidemie ihre Restaurantbesuche wieder aufnehmen wollten. 78 Prozent wollten ihre Reiseaktivitäten wieder aufnehmen und 77 Prozent zu ihren Freizeitvergnügungen außerhalb der eigenen vier Wände zurückkehren. Die mag einen Hinweis auf die Sektoren der Wirtschaft geben, die sich nach dem Ende der Epidemie am schnellsten erholen könnten.

Zhou Weihong, stellvertretende Generaldirektorin des Touristikunternehmens China Spring Tour, sagt, dass sie hoffe, der Tourismus möge sich im Juni erholen, immer vorausgesetzt, dass die Seuche bis April unter Kontrolle gebracht würde.

"Es gibt Kundenanfragen, ob es möglich sei, zuvor gebuchte Flugtickets unter den gleichen Konditionen auf die Monate Juli oder August umzubuchen," sagt Zhou gegenüber der Global Times und sieht voraus, dass dieses Jahr die Umsätze im Tourismusbereich in der Urlaubszeit um den Nationalfeiertag im Oktober einen sehr starken Anstieg verzeichnen würden.

Die Experten zweifeln jedoch daran, dass die Erholung der Wirtschaft so stark ausfallen wird, wie sich dies die Menschen erhoffen.

"Chinas Wirtschaft steht stark unter Druck, dies macht es unwahrscheinlich, dass eine wirtschaftliche Erholung schlagartig eintritt," sagt Liu.

Zhou hegt Zweifel, dass die aufkommende Erholung im Tourismusbereich so nachhaltig sein werde, wie nach der SARS-Epidemie im Jahre 2003. Einer der Gründe dafür liege darin, dass der Ausbruch der Coronavirusepidemie den heimischen Arbeitsmarkt getroffen habe und das Konsumverhalten der Mittelschicht negativ beeinträchtigen werde.

"Ich denke, dass die Leute in erster Linie um ihre Arbeitsplätze bangen werden, anstatt Reiseaktivitäten ins Auge zu fassen," so Zhou.

Zhou lässt durchblicken, dass viele internationale Luftfahrtlinien mit Preiserhöhungen liebäugelten, um die durch die Epidemie entstandenen Verluste wettzumachen. Dies würde das Verlangen der Verbraucher nach Fernreisen dämpfen.