Ein Hafenangestellter dirigiert ein Frachtschiff aus Südamerika beim Andocken in Qingdao, Provinz Shandong.

Führende Unternehmenslenker der Welt haben ihre Einschätzung bekräftigt, dass die Auswirkungen des Coronavirus auf die chinesische Volkswirtschaft nur vorübergehend sind. Das langfristige Wirtschaftswachstum des Landes werde keinen Schaden nehmen.

Führende Unternehmenschefs der Welt haben am Dienstag ihre Einschätzung bekräftigt, dass der Einfluss der Coronavirus-Epidemie auf die chinesische Wirtschaft nur vorübergehend sei und die Grundlagen für ein langfristiges Wirtschaftswachstum dadurch nicht angetastet würden.

„Wir sind zuversichtlich, dass China nicht nur die Schwierigkeiten überwinden und den Kampf gegen die Epidemie gewinnen wird, sondern auch in der Lage ist, die Auswirkungen der Epidemie auf die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten“, sagte Wang Renrong, Geschäftsführer von Budweiser Brewing Co (APAC).

Die Abschwächung im Verbrauchssektor dürfte keine Beunruhigung auslösen, sagte Wang, und betonte, dass weitgehend Einigkeit darüber herrsche, dass die chinesische Wirtschaft beim Übergang von einer schnellen Entwicklung zu einer solchen mit qualitativem Wachstum gute Fortschritte erzielt habe. Viele Geschäftsbereiche des belgischen Unternehmens nahmen am Montag ihre Arbeit im Rahmen einer flexiblen Arbeitsvereinbarung wieder auf, um den Routinebetrieb fortzusetzen.

China hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen des Coronavirus auf seine Wirtschaft zu mildern. Dazu zählen finanzielle Unterstützung durch Banken und Kürzungen bei Steuern und Mieten. Philips (China) fühle sich durch diese Maßnahmen ermutigt und werde seine lokalen und globalen Ressourcen mobilisieren, um den Produktionsbetrieb und innovative Aktivitäten zu gewährleisten, sagte Andy Ho, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

„Basierend auf den Erfahrungen aus der SARS-Krise im Zeitraum 2002-2003 können wir eine schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft in Bezug auf die Erholung der Lagerbestände, die Wiederbelebung der Nachfrage und die Steigerung des Verbrauchs von Waren und Dienstleistungen vorhersehen“, sagte Denis Depoux, Geschäftsführer für China der globalen Unternehmensberatung Roland Berger. Das Wirtschaftswachstum wird auch von der Regierung finanziell und geldpolitisch stark unterstützt; und lokale Infrastrukturinvestitionen, die wie im Jahr 2019 durch besondere Anleihen finanziert werden, würden zum Einsatz kommen, sagte er.

Immer mehr ausländische Unternehmen nehmen die Produktion planmäßig wieder auf, andere fordern ihre Mitarbeiter auf, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Fabriken von Tesla, Cargill, Samsung Electronics und SK Hynix haben am Montag ihre Produktion in ganz China wieder anlaufen lassen.

Auch wenn der Dienstleistungssektor, insbesondere die Bereiche Tourismus, Gastronomie, Transport und Einzelhandel, diesmal die Hauptlast trägt, rechnet Wang Tao, Chefökonom der Schweizer Bank UBS, mit steuerlichen Erleichterungen für betroffene Unternehmen, insbesondere für kleine und mittelständische Firmen, gezielte Unterstützung für betroffene Haushalte und Gebiete und zusätzliche Impulse für Infrastrukturinvestitionen.

„Da das Coronavirus ein einmaliger negativer Schock ist, erwarten wir, dass Chinas BIP-Wachstum im Jahr 2021 wieder auf sechs Prozent steigen wird, sobald sich die Lage normalisiert hat“, sagte Wang und verwies auf Chinas langfristigen Trend hin zu einer stärker konsumorientierten Wirtschaft, einem stärkeren Anteil von Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft sowie der technologischen Aufwertung. Dieser Weg werde fortgesetzt.

Liu Yuanchun, Vizepräsident der Renmin-Universität, sagte, dass der Fortschritt in den Bereichen Kapital, Arbeit und Technologie als Schlüsselfaktoren für die langfristige Entwicklung einer Volkswirtschaft bekannt seien. Die Epidemie werde die Akkumulation von Finanz- und Humankapital in China nicht grundlegend verändern und die Aufmerksamkeit der Menschen auf den technologischen Fortschritt lenken.

Kurzfristig werde die starke Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft dazu beitragen, sich gegen die durch die Epidemie verursachten Störungen zu verteidigen, sagte Liu und verwies auf den institutionellen Vorteil Chinas bei der Konzentration seiner Ressourcen zur Bewältigung wichtiger Aufgaben, auf eine starke Produktionsfähigkeit, auf einen riesigen Binnenmarkt und ein reichhaltiges Instrumentarium an politischen Maßnahmen.