Die Inflation in China wird dieses Jahr nur moderat steigen, sind sich Ökonomen einig. Die Störungen durch das Coronavirus würden nur von kurzer Dauer sein. Der Verbraucherpreisindex stieg im Januar unterdessen auf ein Achtjahreshoch.

Beamte und Ökonomen erwarten, dass Chinas Verbraucherinflationsrate niedrig bleibt und von einem konstanten jährlichen Wirtschaftswachstum begleitet wird, da die durch das Coronavirus ausgelösten Störungen auf der Angebotsseite nur von kurzer Dauer sein dürften. Der Verbraucherpreisindex war im Januar auf ein Achtjahreshoch von 5,4 Prozent gestiegen.

„In die Höhe getrieben haben den Verbraucherpreisindex (VPI) die Virusepidemie und die Neujahrsfeiertage“, sagte Dong Lijuan, ein hochrangiger Statistiker beim Nationalen Statistikamt, am Montag. Der Vergleich mit der niedrigeren Rate aus dem vergangenen Jahr werde auch durch die Neujahrsferien weiter verzerrt, da das Fest in diesem Jahr auf den Januar fiel. Deswegen sei die Zeit des hohen Nahrungsmittelkonsums einen Monat früher eingetreten, sagte Dong.

Der Ausbruch des Coronavirus habe den Verbraucherpreisindex steigen lassen, da die Menschen mehr Lebensmittel kaufen und lagern als üblich und das Wiederauffüllen der Regale durch Transportkontrollen und Ladenschließungen verzögert werde, sagten Ökonomen.

„Wir sind jedoch nicht besorgt darüber, dass die Lebensmittelpreise einen kontinuierlichen, über den Erwartungen liegenden Anstieg verzeichnen werden“, sagte Li Chao, Chef-Makroökonom bei Huatai Securities. Das VPI-Wachstum könnte sich nach dem Höchststand im Januar allmählich verlangsamen, was zum Teil darauf zurückzuführen sei, dass Behörden auf verschiedenen Ebenen Maßnahmen zur Wiederaufnahme des normalen Logistikbetriebs und zur ausreichenden Versorgung mit dem täglichen Bedarf ergriffen hätten, sagte Li.

Ungefähr 92 Prozent der mehr als 7.000 Supermärkte in 34 großen und mittleren Städten haben nach Angaben von Vertretern des Handelsministeriums nach Ablauf der verlängerten Neujahrsfeiertage wieder geöffnet. „Mit der Wiederaufnahme der Produktion im ganzen Land und der Verlangsamung der Infektionsrate lassen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie allmählich nach“, sagte Niu Li, leitender Forscher am State Information Center. „Wann sich die Wirtschaft jedoch erholt, hängt immer noch davon ab, wann es gelingt, die Epidemie einzudämmen“, sagte Niu.

Das Wachstum der Kerninflation, welche die Nahrungsmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent im Vergleich zum Januar, was auf eine leichte Verbesserung der Inlandsnachfrage hindeutet.

Cheng Shi, Chefökonom bei ICBC International, sagte, die Epidemie dürfte keinen großen Einfluss auf die Inflation haben. Kleine Unternehmen sollten die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Angesichts der rechtzeitigen Maßnahmen zur Unterstützung des Wachstums, insbesondere für kleine Unternehmen, werde China in diesem Jahr voraussichtlich ein relativ stabiles Wirtschaftswachstum von nicht weniger als 5,6 Prozent aufweisen, sagte Cheng.